Schlagwort: umdenken

Die gute und die schlechte Nachricht

Die gute und die schlechte Nachricht

Die schlechte Nachricht zuerst: der Klimawandel ist da. Sehr anschaulich erklärt in diesem Video von der Tagesschau.

Aber es gibt auch gute Nachrichten: es ist noch nicht zu spät, wir können den Klimawandel vielleicht nicht mehr aufhalten, aber doch sehr stark beeinflussen, wie krass es werden wird. Sagt zumindest der Weltklimarat IPCC – wer die kurze Version hören mag wähle den Link zum Radiobeitrag, für mehr Informationen könnt ihr hier weiterlesen.

Haben wir also Hoffnung, dass wir die 1,5°C schaffen können? Dazu möchte ich aus einen Text zitieren, den ich vor einigen Tagen im Adventskalender gefunden habe:

„Vielleicht heißt Hoffnung gar nicht der Glaube an den guten Ausgang der Welt und an die Vermeidung ihrer Zerstörung. Es garantiert uns kleiner, dass das Leben auf der Erde in absehbarer Zeit nicht kollabiert, auch kein Regenbogen. Aber wir können tun, als hofften wir. Hoffen lernt man dadurch, dass man handelt, als sei Rettung möglich. Hoffnung garantiert keinen guten Ausgang der Dinge. Hoffen heißt darauf vertrauen, dass es sinnvoll ist was wir tun. Hoffnung ist der Widerstand gegen Resignation, Mutlosigkeit und Zynismus.“
Fulbert Steffensky

Was könnt ihr tun? Euren Abgeordneten schreiben wäre eine Möglichkeit. Oder neue Gewohnheiten in euer Leben bringen. Inspirationen dazu findet ihr auf diesem Blog. Ich wünsche euch allen einen frohen 2. Advent.

Vegetrarisch essen ist aber langweilig?

Vegetrarisch essen ist aber langweilig?

Meine Kollegin hat mir letztlich ein wundervolles Kochbuch geliehen: a modern way to eat von Anna Jones. Sie meinte dazu „es ist eine Offenbarung“ und fragte mich hinterher, ob ich diesen Ausdruck übertrieben finde. Die Antwort ist: nein. Dieses Kochbuch ist wirklich fantastisch und kann auch begeisterte Fleischesser davon überzeugen, dass vegetarische Küche nicht langweilig, sondern lecker, vielseitig, sättigend und unglaublich lecker sein kann. Kleiner Nachteil: die meisten Rezepte sind nicht in 15-30 min auf dem Tisch.

Dieses Rezept hier geht einigermaßen schnell, ich habe es leicht abgewandelt:

Für 4 California-Wraps

  • 4 Vollkorn Tortillas
  • 1 Möhre, geraspelt
  • 4 EL Körner, z.B. Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Sesam…was immer ihr mögt…
  • Salat
  • 200g Tofu, in kleine Stücke geschnitten
  • Ahornsirup
  • Sojasoße
  • Olivenöl
  • Balsamico-Essig
  • Erdnussmuß
  • Tahin (Sesammuß)
  • Zitrone
  1. Marinade herstellen und Tofu darin wenden: 2 EL Ahornsirup, 2 EL Sojasoße, 2 EL Olivenöl, 2 EL Balsamico-Essig
  2. Tofu anbraten
  3. Erdnusdressing mischen: 3 EL Erdnussmuß, 3 TL Sojasoße, 3 EL Ahornsirup, 3 EL Tahini, Zitronensaft (ca. 1 Zitrone)
  4. Tortillas anwärmen und mit dem Grünzeug, den Körnern, dem Tofu und der Erdnusssoße belegen. Einrollen und genießen. Nom. Da bekomme ich doch direkt wieder Hunger darauf 😉
„Die Hölle am Himmel“

„Die Hölle am Himmel“

Liebe Leute,

in der aktuellen Zeit gibt es ein wirklich interessantes Dossier zum Thema Flugreisen und auch ein spannendes Interview

Ich möchte euch mit ein paar Zitaten Lust auf die Lektüre machen:

„Es gibt tatsächlich eine Generation, die mit Ryanair und Easyjet groß geworden ist. Die wird begreifen müssen, dass sie eine unglaubliche Ausnahmesituation erlebt hat – die zu sehr auf Kosten der Umwelt geht. Diese Leute müssen ihr Verhalten ändern – aber dazu sind Menschen durchaus in der Lage. Es wird ihnen allerdings leichterfallen, wenn es Alternativen gibt. Wenn beispielsweise die Bahnstrecken endlich ordentlich ausgebaut werden. In ganz Europa. Bisher gilt die Bahn bis zu 500 Kilometern als das beste und komfortabelste Verkehrsmittel. Diesen Radius müssen wir ausweiten.“

„Fliegen ist nur deshalb so erschwinglich, weil der Staat es unterstützt. Weil er die Schäden ignoriert, die das Fliegen anrichtet. Denn Flughäfen bringen Wirtschaftswachstum, Jobs, Tourismus, Messegäste. Flughäfen machen Städte attraktiv. “

„Womöglich würde sich das Fliegen dann in das zurückverwandeln, was es einmal war: in eine Möglichkeit, weit entfernte Länder, andere Kontinente zu entdecken, nicht Düsseldorf. Das wäre zwar nicht die Lösung. Aber es wäre ein sehr guter Anfang. “

 

Ja, es ist möglich innerhalb Deutschlands und Europas mit der Bahn zu fahren, auch wenn die Strecken etwas länger sind. In den letzten Jahren habe ich das so gemacht. Es kostet etwas mehr Zeit, das stimmt. Aber es ermöglicht wundervolle Zwischenstopps. Die Reise nach Rom hätte ich sonst sicher nicht mit einem Besuch bei Freunden im Tessin oder einem Abstecher nach Florenz verbunden. Nach London fahre ich nur noch mit dem Zug, das ist einfach so viel entspannter als mit dem Flugzeug (der Weg von den Flughäfen in die Londoner Innenstadt ist einfach nicht besonders kurz oder günstig und mit dem Bus bei Berufsverkehr echt einfach nur anstrengend!). Auch Paris oder Brüssel sind super angebunden ans deutsche Streckennetz. In der Schweiz ist Zugfahren einfach wundervoll, die Bahnen sind super pünktlich, weil die Fahrpläne nicht so eng getaktet sind und die Aussicht auf die Berge ist einfach fantastisch.

Was meint ihr? Wäre eure nächste Reise auch mit der Bahn statt mit dem Flugzeug möglich?

Demos: sinnvoll oder peinlich?

Demos: sinnvoll oder peinlich?

Gehört ihr auch zu den Menschen, denen es etwas unheimlich zumute wird, wenn sie darüber nachdenken auf eine Demo zu gehen? Die wenn sie dann da sind sich fehl am Platz fühlen und denen Sprechchöre eher peinlich sind? Geht mir genauso, aber Demos sind einfach eine gute Gelegenheit um sich für ein Thema stark zu machen, dass euch am Herzen liegt.

Hier ein paar Gedanken, die mir geholfen haben trotzdem auf Demos zu gehen:

    1. Freunde/Familie mitnehmen und das Ganze als einen Spaziergang mit Rahmenprogramm betrachten, was Spannendes zu sehen gibt’s immer
    2. Veranstaltung frühzeitig in den Kalender eintragen und wie einen normalen Termin behandeln
    3. Ausreden hinterfragen: Ihr seid nicht vorbereitet, weil ihr kein Plakat/Transparent gebastelt habt? Kein Problem, es gibt vor Ort eigentlich immer Bänder/Luftballons etc.:
    4. Mitsprechen: kann man machen, verpflichtet ist man dazu aber nicht!
    5. Einfach mal hingehen, nach Hause gehen kann man immer noch. Außerdem gewöhnt man sich im Laufe der Zeit an dieses Veranstaltungsformat und es kommt einem nicht mehr komisch vor
Wasser

Wasser

Habt ihr euch schon mal gefragt, warum wir eigentlich Mineral-Wasser/Soft-Drinks/Saft in Flaschen oder Tetrapacks kaufen? Man macht das irgendwie so, im Zweifel für den Besuch, dem man etwas Ordentliches anbieten möchte. Erst nachdem ich mir abgewöhnt hatte Sprudelwasser zu trinken und für mich selbst immer den Wasserhahn aufdrehe, fiel mir auf, was für eine unglaublich sinnlose Angelegenheit diese Getränke sind. Bleiben wir der Einfachheit halber mal beim Wasser. Das wird abgefüllt, mit LKWs quer durchs Land (oder auch länderweit, warum kann man bei uns italienisches Wasser und in den USA Gerolsteiner Sprudel kaufen?) gefahren, im Supermarkt gestapelt von wo aus es mühsam heimgeschleppt oder noch öfter mit dem PKW heimgefahren wird. Dabei hat jeder von uns zuhause eine Wasserleitung liegen. Und anders als in einigen anderen Ländern dieser Welt haben wir den unglaublichen Luxus, dass diese Wasserleitung bequem zu erreichen ist und das Trinkwasser höchste Qualität hat.

Und was ist jetzt mit dem Besuch, der das doch irgendwie gewöhnt ist? Wir hatten anfangs noch immer eine Kiste Sprudelwasser für den Besuch da, aber haben dann festgestellt, dass das auch nicht nötig ist. Unsere Freunde und Familie kommen auch vorbei, wenn sie nur Leitungswasser bekommen. Das man übrigens für den Besuch mit einer Scheibe Zitrone oder einem Blatt Minze super aufpeppen kann. Sieht auch hübsch aus in einer Glaskaraffe. Tee gibt’s bei uns auch immer. Da kann man jetzt streiten wie nachhaltig es ist, dass der aus Indien/China etc. eingeführt wird. Klar ist es noch besser einfach nur Wasser zu trinken. Aber wenn es denn mal etwas anderes sein soll, ist Tee eine gute Option. Ich persönlich kann Tee ja, anders als Kaffee, auch ganz wunderbar ohne Milch trinken, was die Klimabilanz direkt positiv beeinflusst. Loser (Bio)Tee aus dem Teeladen schmeckt zum einen besser, macht zum anderen Eindruck auf den Besuch, wenn der sich aus einer großen Sammlung hübscher Teedosen die beste Sorte aussuchen darf und spart Verpackungsmüll, vor allem wenn man mit den Dosen zum Laden geht und der Tee dort direkt eingefüllt wird. Ist übrigens auch billiger als der Beuteltee aus dem Supermarkt, umgerechnet aufs Gewicht. Und einige Sorte Tee aus Deutschland (z.B. bei Kräutergarten Pommerland, Mutter Erde) oder England  (Tregothnan) gibt es auch.

Ach ja, noch ein Wort zu soft drinks und Saft: die sind eh voller Zucker, demnach nicht (übermäßig) gesund. Lecker fand ich die auch nur, bevor ich angefangen habe meinen Zuckerkonsum einzuschränken. Und macht sich gut als Luxus, den ich mir gern mal leiste wenn ich im Café sitze und da nicht nur Leitungswasser trinken mag. Das Café will ja immerhin auch was verkaufen, der Leitungswasser trinkende Gast ist da natürlich verständlicherweise nicht so beliebt 😉

einfache Veränderungen: Teil 3 – Konsum

einfache Veränderungen: Teil 3 – Konsum

Konsum einschränken! Das klingt schon sehr nach Verzicht, nicht wahr? Aber nur auf den ersten Blick. Denn es schaft Raum für Achtsamkeit auf eure wahren Bedürfnisse und Beziehungen zu den Menschen, die euch wichtig sind. Außerdem spart ihr jede Menge Geld und somit Zeit, denn ihr müsst weniger verdienen und daher weniger arbeiten. Wenn das nicht glücklich macht! Konsum soll uns helfen, wenn wir uns nach Zugehörigkeit, Anerkennung und Identität sehnen. Werte, die mit Besitz von Dingen allerdings sehr wenig zu tun haben. Wenn ihr also Konsum meidet könnt ihr euch wahrhaftig damit außeinandersetzen, wie ihr SEIN möchtet, nicht was ihr besitzen wollt.

Hier also 4 Tipps zur Reduktion von Konsum:

  1. Eine Anschaffungsliste haben, so dass Frust-/Langeweile-/Verkaufsoffener Sonntag-Einkaufen wegfällt oder ihr zumindest etwas kauft, was ihr wirklich braucht
  2. Bücherei-Ausweis anschaffen: Bücher, (Video)Spiele, DVDs, Musik, e-Books bekommt ihr hier
  3. Zeit statt Zeug schenken. Sind nicht Erinnerungen an gemeinsam verbrachte Zeit das, was wirklich glücklich macht?
  4. Second Hand (ver)kaufen: gilt für Kleidung, Möbel, Spielzeug… hm, eigentlich fast alles

Für Fortgeschrittene:

  1. Fragt euch vor jedem Einkauf: brauche ich das wirklich? Macht mich das glücklich?
  2. Hochwertige und nachhaltig produzierte Produkte kaufen. Sind etwas teurer, halten dafür aber länger und die Versuchung viel zu kaufen ist durch den Preis geringer
  3. Ausmisten: alles was ihr nicht wirklich braucht wieder unters Volk bringen. Jemand anderes freut sich und muss es nicht neu kaufen
  4. Tauschen und teilen, z.B. über Nachbarschaftsportale, Flohmärkte, Ebay Kleinanzeigen