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Zugreisen – geht das auch mit Kind?

Zugreisen – geht das auch mit Kind?

Es ist Urlaubszeit und ich wurde letzlich noch gefragt, ob das Bahnreise mit kleinem Kind gut funktioniert. Es dauert noch etwas bis zu meinem diesjährigen Sommerurlaub, aber ich kann meine Erfahrung vom letzten Jahr teilen. Beim Reisen stellt sich ja immer die Frage: wie kommen wir hin und wie bewegen wir uns. Da mein Mann und ich nach unserer letzten langen Flugreise beschlossen hatten, für mindestens 10 Jahre ohne Flieger auszukommen, stand zumindest ein Verkehrsmittel gar nicht zur Debatte. Bleiben Zug sowie Mietauto. Wir hatten uns für eine Kombination entschieden, da ein Teil der geplanten Reiseroute leider mit dem Zug schlecht zu machen war. Die Route war: Bonn – Leipzig mit dem Zug, Leipzig – Görliz – Oppeln – Łódź – Toruń – Danzig – Kolberg – Berlin mit dem Auto und schließlich von Berlin nach Bonn mit dem Zug. Ihr merkt, wir hatten viel mehr Stops mit dem Auto. Das lag vor allem daran, dass wir immer nur 2-3 Stunden entspannt fahren konnten bevor die Kleine keine Lust mehr hatte. Ich möchte euch noch kurz die Vorteile beider Verkehrsmittel für das Reisen mit Kleinkind zusammenfassen:

Vorteile beim Zug:

  • Man kann sich bewegen (großes Plus mit kleinem Kind, ermöglicht uns aktuell 5-6 Stunden entspannt unterwegs zu sein statt 2-3 Stunden mit dem Auto)
  • Man muss sich nicht aufs Fahren konzentrieren sondern kann anderen Dinge tun
  • Weniger CO2, je nach Studie ist der Effekt unterschiedlich groß, aber immer vorhanden. Nachzulesen z.B. beim Umweltbundesamt.

Hilfreiche Infos zur Zugfahrt:

  • Im ICE das Kleinkindabteil zu reservieren macht die Reise entspannter. Wenn das ausgebucht ist, dann ist Familienbereich auch gut.
  • Wickelmöglichkeiten gibts im Kleinkindabteil und im Rollstuhl-WC
  • Mit großem Kinderwagen besser nicht IC/EC fahren sondern Regionalbahnen oder ICE, da ist nämlich mehr Platz. Ansonsten könnt ihr euch auch einfach darauf einstellen dass ihr mit dem Wagen im Gang im Weg steht. Eine meiner Meinung nach entspanntere Alternative ist ein kleiner Buggy oder eine Trage.
  • Man kann bei der Buchung die Umsteigezeiten anpassen (deutsche Bahn). Wenn man mit viel Gepäck unterwegs ist kann dies die Reise entspannter machen
  • Hier gibt es interssante Infos zu vielen Bahnstrecken
  • Dieses Reisebüro ist auf weltweite Bahnreisen spezialisiert (Ich habe es bisher nicht genutzt, da ich alles selber gebucht habe, aber könnte für exotischere Länder interessant sein)

Vorteile beim Auto:

  • Man ist flexibler was Abfahrtzeiten betrifft
  • Man kann einfach mehr Gepäck dabei haben

Hilfreiche Infos für die Autofahrt:

  • Schlafenszeiten des Kindes nutzen um zu fahren
  • Genug Spielzeug und Essen / Trinken dabei haben
  • Dazu, über Nacht zu fahren, konnten wir uns bisher noch nicht durchringen. Das würde die Strecke, die man schafft deutlich erhöhen, klingt aber sehr anstrengend.

Unser Beispiel für eine Packliste für ein Kleinkind (ca 1-1,5 Jahre) im Sommerurlaub. Wir waren 3 Wochen unterwegs und haben 2x zwischendrin gewaschen:

  • 1 Schlafsack
  • 2 Schlafanzüge
  • 2 Bodies, langer Arm
  • 4 Bodies, kurzer Arm
  • 3-4 T-Shirts
  • 1-2 Langarmshirts
  • 1 Jacke
  • 1 Paar Schuhe / playsocks
  • 1 Badehose
  • 1 Matschhose
  • 1 warme Hose
  • 3 dünne Hosen / Leggings
  • 2 kurze Hosen
  • 2 Lätzchen
  • 1 Schwimmwindel / Badehose
  • 1 Sonnenhut
  • 1 Mütze
  • 1 Halstuch

PS. ohne Kind habe ich letztlich den Flixbus genutzt, Reiseziel:Kopenhagen. Das war wirklich super. Pünktlich und entspannt, selbst bei der Fahrt über Nacht. Wie das mit einem Kleinkind geht ist mir aber nicht klar, aber ich denke mal in ein paar Jahren fahren wir vielleicht auch so in den Urlaub.

Abenteuer SoLaWi

Abenteuer SoLaWi

Sehr lange gab es keinen neuen Artikel auf diesem Blog. Das liegt daran, dass ich in den letzten Monaten viel Zeit damit verbracht habe, auf Demonstrationen zu gehen, Petitionen zu unterschreiben und zu teilen. Außerdem hatte ich auch ein wenig das Gefühl, dass es gerade wichtiger ist die Politik zu beeinflussen als das persönliche Verhalten meiner Mitmenschen. Aber um die Klimakrise noch einzudämmen brauchen wir beides und ich möchte diesen Blog hier wieder mit ein wenig Leben füllen.

Dass die Klimakrise real ist brauche ich hier nicht weiter zu besprechen, das tun andere Leute viel besser als ich. Seid ihr noch nicht ganz überzeugt, dann lest z.B. in der Zeit oder ihr stöbert in den Klimafakten bzw. in der Klimalounge.

Womit ich mich die letzen Monate noch beschäftigt habe war meine neue Mitgliedschaft in der SoLaWi (solidarische Landwirtschaft), die für mich im März diesen Jahres begonnen hat. Keine Ahnung was eine SoLaWi ist? Nicht schlimm, das ist schnell erklärt: Viele Menschen schließen sich zusammen und finanzieren gemeinsam, solidarisch – jede/r gibt soviel wie möglich ist – einen landwirtschaftlichen Betrieb. Im Gegenzug erhalten alle zu gleichen Teilen die Ernte: lokal, saisonal, (bio) und lecker.

Einiges ist jetzt anders als vorher. Auf dem Markt (und im Supermarkt natürlich noch mehr) gibt es immer auch Gemüse, dass nicht regional/saisonal ist. Wenn der Kühlschrank aber schon voller SoLaWi Gemüse ist, muss ich gar nicht mehr einkaufen gehen, und die Versuchung Tomaten im Mai zu kaufen ist dann sehr klein. Das Kochen ist inzwischen auch etwas anders. Früher war das größte Problem zu überlegen, was wir wohl kochen könnten um dann entsprechend einzukaufen. Jetzt ist die Herausforderung eher viele verschiedene Rezepte für dieselben Zutaten zu bekommen. Aber so langsam werde ich zur Expertin für die Variation des grünen Salats – hätte nicht gedacht, dass das so lecker sein könnte. Und ich hoffe ein wenig auf den Effekt, den Barbara Kingsolver in ihrem Buch Animal, Vegetable, Miracle beschreibt: dass man sich in der Saison so satt essen kann an einem Lebensmittel, dass es danach ok ist, es viele Monate nicht mehr essen zu können. Ein weiterer schöner Nebeneffekt der SoLaWi ist es, viele nette, engagierten Menschen kennenzulernen, die ähnliche Themen bewegen wie mich. Und die Chance ein wenig zu gärtnern, wenn ich Lust dazu habe während das aber keine dauerhafte Verpflichtung ist, da ca. 400 andere Menschen auch im SoLaWi Verein sind, und nicht jede/r jedesmal anpacken muss. Es ist SEHR befriedigend am Ende einiger Stunden auf dem Acker zu sehen, was ich so geschafft habe. Eine gute Abwechslung zu meinem beruflichen Alltag, wo Ergebnisse oft nicht so klar sichtbar sind. Ich vermisse tatsächlich unseren Marktschwärmer, denn auch da bekamen wir leckeres Gemüse aus der Region. Eine gute Alternative für alle, denen es nicht gefällt, dass sie das Gemüse der Woche nicht selber aussuchen können. In der SoLaWi bekommen wir jede Woche nämlich das Gemüse, dass gerade geerntet werden muss. Beim Marktschwärmer und auf dem Biomarkt kann ich stärker selber entscheiden was ich kaufe.

Die Gemüsemenge schwankt bei der SoLaWi tatächlich auch Jahreszeitenbedingt. Im Winter gibt es, zumindest bei unserer SoLaWi, deutlich seltener Gemüse. Da habe ich das erste Mal Wirsing bekommen – hätte ich nie gekauft, weil ich dachte der schmeckt nicht – und festgestellt: SOOO lecker 😉

Inzwischen bekommen wir jede Woche große Tüten voll Salat, Fenchel, Mangold, Kräuter, Frühlingszwiebeln und Kohlrabi. Sieht optisch ganz anders aus als noch vor ein paar Monaten. So gibt es dann auch bei der SoLaWi abwechslungsreiches Essen – der Rhythmus des Wechsels ist ein wenig anders als vorher, aber definitiv nicht schlechter. Absolutes Highlight für mich ist es, bei der Beschaffung der Lebensmittel noch einen Schritt weiter auf saisonal und regional und somit nachhaltig gegangen zu sein. Größtes Highlight für meine kleine Tochter ist die Tatsache, dass wir schon zweimal eine kleine Schnecke im Salat gefunden haben. Der ist halt nicht ganz so klinisch sauber wie aus dem Supermarkt. Zugegebenermaßen, das nervt beim Waschen. Aber es fühlt sich besser an diesen Salat zu essen – es ist eben glücklicher Salat.

Die gute und die schlechte Nachricht

Die gute und die schlechte Nachricht

Die schlechte Nachricht zuerst: der Klimawandel ist da. Sehr anschaulich erklärt in diesem Video von der Tagesschau.

Aber es gibt auch gute Nachrichten: es ist noch nicht zu spät, wir können den Klimawandel vielleicht nicht mehr aufhalten, aber doch sehr stark beeinflussen, wie krass es werden wird. Sagt zumindest der Weltklimarat IPCC – wer die kurze Version hören mag wähle den Link zum Radiobeitrag, für mehr Informationen könnt ihr hier weiterlesen.

Haben wir also Hoffnung, dass wir die 1,5°C schaffen können? Dazu möchte ich aus einen Text zitieren, den ich vor einigen Tagen im Adventskalender gefunden habe:

„Vielleicht heißt Hoffnung gar nicht der Glaube an den guten Ausgang der Welt und an die Vermeidung ihrer Zerstörung. Es garantiert uns kleiner, dass das Leben auf der Erde in absehbarer Zeit nicht kollabiert, auch kein Regenbogen. Aber wir können tun, als hofften wir. Hoffen lernt man dadurch, dass man handelt, als sei Rettung möglich. Hoffnung garantiert keinen guten Ausgang der Dinge. Hoffen heißt darauf vertrauen, dass es sinnvoll ist was wir tun. Hoffnung ist der Widerstand gegen Resignation, Mutlosigkeit und Zynismus.“
Fulbert Steffensky

Was könnt ihr tun? Euren Abgeordneten schreiben wäre eine Möglichkeit. Oder neue Gewohnheiten in euer Leben bringen. Inspirationen dazu findet ihr auf diesem Blog. Ich wünsche euch allen einen frohen 2. Advent.

Vegetrarisch essen ist aber langweilig?

Vegetrarisch essen ist aber langweilig?

Meine Kollegin hat mir letztlich ein wundervolles Kochbuch geliehen: a modern way to eat von Anna Jones. Sie meinte dazu „es ist eine Offenbarung“ und fragte mich hinterher, ob ich diesen Ausdruck übertrieben finde. Die Antwort ist: nein. Dieses Kochbuch ist wirklich fantastisch und kann auch begeisterte Fleischesser davon überzeugen, dass vegetarische Küche nicht langweilig, sondern lecker, vielseitig, sättigend und unglaublich lecker sein kann. Kleiner Nachteil: die meisten Rezepte sind nicht in 15-30 min auf dem Tisch.

Dieses Rezept hier geht einigermaßen schnell, ich habe es leicht abgewandelt:

Für 4 California-Wraps

  • 4 Vollkorn Tortillas
  • 1 Möhre, geraspelt
  • 4 EL Körner, z.B. Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Sesam…was immer ihr mögt…
  • Salat
  • 200g Tofu, in kleine Stücke geschnitten
  • Ahornsirup
  • Sojasoße
  • Olivenöl
  • Balsamico-Essig
  • Erdnussmuß
  • Tahin (Sesammuß)
  • Zitrone
  1. Marinade herstellen und Tofu darin wenden: 2 EL Ahornsirup, 2 EL Sojasoße, 2 EL Olivenöl, 2 EL Balsamico-Essig
  2. Tofu anbraten
  3. Erdnusdressing mischen: 3 EL Erdnussmuß, 3 TL Sojasoße, 3 EL Ahornsirup, 3 EL Tahini, Zitronensaft (ca. 1 Zitrone)
  4. Tortillas anwärmen und mit dem Grünzeug, den Körnern, dem Tofu und der Erdnusssoße belegen. Einrollen und genießen. Nom. Da bekomme ich doch direkt wieder Hunger darauf 😉
„Die Hölle am Himmel“

„Die Hölle am Himmel“

Liebe Leute,

in der aktuellen Zeit gibt es ein wirklich interessantes Dossier zum Thema Flugreisen und auch ein spannendes Interview

Ich möchte euch mit ein paar Zitaten Lust auf die Lektüre machen:

„Es gibt tatsächlich eine Generation, die mit Ryanair und Easyjet groß geworden ist. Die wird begreifen müssen, dass sie eine unglaubliche Ausnahmesituation erlebt hat – die zu sehr auf Kosten der Umwelt geht. Diese Leute müssen ihr Verhalten ändern – aber dazu sind Menschen durchaus in der Lage. Es wird ihnen allerdings leichterfallen, wenn es Alternativen gibt. Wenn beispielsweise die Bahnstrecken endlich ordentlich ausgebaut werden. In ganz Europa. Bisher gilt die Bahn bis zu 500 Kilometern als das beste und komfortabelste Verkehrsmittel. Diesen Radius müssen wir ausweiten.“

„Fliegen ist nur deshalb so erschwinglich, weil der Staat es unterstützt. Weil er die Schäden ignoriert, die das Fliegen anrichtet. Denn Flughäfen bringen Wirtschaftswachstum, Jobs, Tourismus, Messegäste. Flughäfen machen Städte attraktiv. “

„Womöglich würde sich das Fliegen dann in das zurückverwandeln, was es einmal war: in eine Möglichkeit, weit entfernte Länder, andere Kontinente zu entdecken, nicht Düsseldorf. Das wäre zwar nicht die Lösung. Aber es wäre ein sehr guter Anfang. “

 

Ja, es ist möglich innerhalb Deutschlands und Europas mit der Bahn zu fahren, auch wenn die Strecken etwas länger sind. In den letzten Jahren habe ich das so gemacht. Es kostet etwas mehr Zeit, das stimmt. Aber es ermöglicht wundervolle Zwischenstopps. Die Reise nach Rom hätte ich sonst sicher nicht mit einem Besuch bei Freunden im Tessin oder einem Abstecher nach Florenz verbunden. Nach London fahre ich nur noch mit dem Zug, das ist einfach so viel entspannter als mit dem Flugzeug (der Weg von den Flughäfen in die Londoner Innenstadt ist einfach nicht besonders kurz oder günstig und mit dem Bus bei Berufsverkehr echt einfach nur anstrengend!). Auch Paris oder Brüssel sind super angebunden ans deutsche Streckennetz. In der Schweiz ist Zugfahren einfach wundervoll, die Bahnen sind super pünktlich, weil die Fahrpläne nicht so eng getaktet sind und die Aussicht auf die Berge ist einfach fantastisch.

Was meint ihr? Wäre eure nächste Reise auch mit der Bahn statt mit dem Flugzeug möglich?

Demos: sinnvoll oder peinlich?

Demos: sinnvoll oder peinlich?

Gehört ihr auch zu den Menschen, denen es etwas unheimlich zumute wird, wenn sie darüber nachdenken auf eine Demo zu gehen? Die wenn sie dann da sind sich fehl am Platz fühlen und denen Sprechchöre eher peinlich sind? Geht mir genauso, aber Demos sind einfach eine gute Gelegenheit um sich für ein Thema stark zu machen, dass euch am Herzen liegt.

Hier ein paar Gedanken, die mir geholfen haben trotzdem auf Demos zu gehen:

    1. Freunde/Familie mitnehmen und das Ganze als einen Spaziergang mit Rahmenprogramm betrachten, was Spannendes zu sehen gibt’s immer
    2. Veranstaltung frühzeitig in den Kalender eintragen und wie einen normalen Termin behandeln
    3. Ausreden hinterfragen: Ihr seid nicht vorbereitet, weil ihr kein Plakat/Transparent gebastelt habt? Kein Problem, es gibt vor Ort eigentlich immer Bänder/Luftballons etc.:
    4. Mitsprechen: kann man machen, verpflichtet ist man dazu aber nicht!
    5. Einfach mal hingehen, nach Hause gehen kann man immer noch. Außerdem gewöhnt man sich im Laufe der Zeit an dieses Veranstaltungsformat und es kommt einem nicht mehr komisch vor
Wasser

Wasser

Habt ihr euch schon mal gefragt, warum wir eigentlich Mineral-Wasser/Soft-Drinks/Saft in Flaschen oder Tetrapacks kaufen? Man macht das irgendwie so, im Zweifel für den Besuch, dem man etwas Ordentliches anbieten möchte. Erst nachdem ich mir abgewöhnt hatte Sprudelwasser zu trinken und für mich selbst immer den Wasserhahn aufdrehe, fiel mir auf, was für eine unglaublich sinnlose Angelegenheit diese Getränke sind. Bleiben wir der Einfachheit halber mal beim Wasser. Das wird abgefüllt, mit LKWs quer durchs Land (oder auch länderweit, warum kann man bei uns italienisches Wasser und in den USA Gerolsteiner Sprudel kaufen?) gefahren, im Supermarkt gestapelt von wo aus es mühsam heimgeschleppt oder noch öfter mit dem PKW heimgefahren wird. Dabei hat jeder von uns zuhause eine Wasserleitung liegen. Und anders als in einigen anderen Ländern dieser Welt haben wir den unglaublichen Luxus, dass diese Wasserleitung bequem zu erreichen ist und das Trinkwasser höchste Qualität hat.

Und was ist jetzt mit dem Besuch, der das doch irgendwie gewöhnt ist? Wir hatten anfangs noch immer eine Kiste Sprudelwasser für den Besuch da, aber haben dann festgestellt, dass das auch nicht nötig ist. Unsere Freunde und Familie kommen auch vorbei, wenn sie nur Leitungswasser bekommen. Das man übrigens für den Besuch mit einer Scheibe Zitrone oder einem Blatt Minze super aufpeppen kann. Sieht auch hübsch aus in einer Glaskaraffe. Tee gibt’s bei uns auch immer. Da kann man jetzt streiten wie nachhaltig es ist, dass der aus Indien/China etc. eingeführt wird. Klar ist es noch besser einfach nur Wasser zu trinken. Aber wenn es denn mal etwas anderes sein soll, ist Tee eine gute Option. Ich persönlich kann Tee ja, anders als Kaffee, auch ganz wunderbar ohne Milch trinken, was die Klimabilanz direkt positiv beeinflusst. Loser (Bio)Tee aus dem Teeladen schmeckt zum einen besser, macht zum anderen Eindruck auf den Besuch, wenn der sich aus einer großen Sammlung hübscher Teedosen die beste Sorte aussuchen darf und spart Verpackungsmüll, vor allem wenn man mit den Dosen zum Laden geht und der Tee dort direkt eingefüllt wird. Ist übrigens auch billiger als der Beuteltee aus dem Supermarkt, umgerechnet aufs Gewicht. Und einige Sorte Tee aus Deutschland (z.B. bei Kräutergarten Pommerland, Mutter Erde) oder England  (Tregothnan) gibt es auch.

Ach ja, noch ein Wort zu soft drinks und Saft: die sind eh voller Zucker, demnach nicht (übermäßig) gesund. Lecker fand ich die auch nur, bevor ich angefangen habe meinen Zuckerkonsum einzuschränken. Und macht sich gut als Luxus, den ich mir gern mal leiste wenn ich im Café sitze und da nicht nur Leitungswasser trinken mag. Das Café will ja immerhin auch was verkaufen, der Leitungswasser trinkende Gast ist da natürlich verständlicherweise nicht so beliebt 😉

einfache Veränderungen: Teil 3 – Konsum

einfache Veränderungen: Teil 3 – Konsum

Konsum einschränken! Das klingt schon sehr nach Verzicht, nicht wahr? Aber nur auf den ersten Blick. Denn es schaft Raum für Achtsamkeit auf eure wahren Bedürfnisse und Beziehungen zu den Menschen, die euch wichtig sind. Außerdem spart ihr jede Menge Geld und somit Zeit, denn ihr müsst weniger verdienen und daher weniger arbeiten. Wenn das nicht glücklich macht! Konsum soll uns helfen, wenn wir uns nach Zugehörigkeit, Anerkennung und Identität sehnen. Werte, die mit Besitz von Dingen allerdings sehr wenig zu tun haben. Wenn ihr also Konsum meidet könnt ihr euch wahrhaftig damit außeinandersetzen, wie ihr SEIN möchtet, nicht was ihr besitzen wollt.

Hier also 4 Tipps zur Reduktion von Konsum:

  1. Eine Anschaffungsliste haben, so dass Frust-/Langeweile-/Verkaufsoffener Sonntag-Einkaufen wegfällt oder ihr zumindest etwas kauft, was ihr wirklich braucht
  2. Bücherei-Ausweis anschaffen: Bücher, (Video)Spiele, DVDs, Musik, e-Books bekommt ihr hier
  3. Zeit statt Zeug schenken. Sind nicht Erinnerungen an gemeinsam verbrachte Zeit das, was wirklich glücklich macht?
  4. Second Hand (ver)kaufen: gilt für Kleidung, Möbel, Spielzeug… hm, eigentlich fast alles

Für Fortgeschrittene:

  1. Fragt euch vor jedem Einkauf: brauche ich das wirklich? Macht mich das glücklich?
  2. Hochwertige und nachhaltig produzierte Produkte kaufen. Sind etwas teurer, halten dafür aber länger und die Versuchung viel zu kaufen ist durch den Preis geringer
  3. Ausmisten: alles was ihr nicht wirklich braucht wieder unters Volk bringen. Jemand anderes freut sich und muss es nicht neu kaufen
  4. Tauschen und teilen, z.B. über Nachbarschaftsportale, Flohmärkte, Ebay Kleinanzeigen