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einfache Veränderungen: Teil 3 – Konsum

einfache Veränderungen: Teil 3 – Konsum

Konsum einschränken! Das klingt schon sehr nach Verzicht, nicht wahr? Aber nur auf den ersten Blick. Denn es schaft Raum für Achtsamkeit auf eure wahren Bedürfnisse und Beziehungen zu den Menschen, die euch wichtig sind. Außerdem spart ihr jede Menge Geld und somit Zeit, denn ihr müsst weniger verdienen und daher weniger arbeiten. Wenn das nicht glücklich macht! Konsum soll uns helfen, wenn wir uns nach Zugehörigkeit, Anerkennung und Identität sehnen. Werte, die mit Besitz von Dingen allerdings sehr wenig zu tun haben. Wenn ihr also Konsum meidet könnt ihr euch wahrhaftig damit außeinandersetzen, wie ihr SEIN möchtet, nicht was ihr besitzen wollt.

Hier also 4 Tipps zur Reduktion von Konsum:

  1. Eine Anschaffungsliste haben, so dass Frust-/Langeweile-/Verkaufsoffener Sonntag-Einkaufen wegfällt oder ihr zumindest etwas kauft, was ihr wirklich braucht
  2. Bücherei-Ausweis anschaffen: Bücher, (Video)Spiele, DVDs, Musik, e-Books bekommt ihr hier
  3. Zeit statt Zeug schenken. Sind nicht Erinnerungen an gemeinsam verbrachte Zeit das, was wirklich glücklich macht?
  4. Second Hand (ver)kaufen: gilt für Kleidung, Möbel, Spielzeug… hm, eigentlich fast alles

Für Fortgeschrittene:

  1. Fragt euch vor jedem Einkauf: brauche ich das wirklich? Macht mich das glücklich?
  2. Hochwertige und nachhaltig produzierte Produkte kaufen. Sind etwas teurer, halten dafür aber länger und die Versuchung viel zu kaufen ist durch den Preis geringer
  3. Ausmisten: alles was ihr nicht wirklich braucht wieder unters Volk bringen. Jemand anderes freut sich und muss es nicht neu kaufen
  4. Tauschen und teilen, z.B. über Nachbarschaftsportale, Flohmärkte, Ebay Kleinanzeigen
Das eigene Auto abschaffen

Das eigene Auto abschaffen

Das eigene Auto abschaffen, sagt sich sehr leicht für mich – ich hatte nie eins. Da ich selber also keine Erfahrung damit habe, wie es mir mit dieser Veränderung ergehen würde, habe ich einen guten Freund gebeten einen Gastartikel zu schreiben. Und so will ich euch gar nicht mit weiterer Vorrede aufhalten sondern wünsche euch viel Spaß mit dem spannenden Erfahrungsbericht von Hans:

Warum ich kein eigenes Auto brauche

Um die Frage zu beantworten, warum ich glaube, kein eigenes Auto zu brauchen, muss ich zunächst einmal erklären, warum ich mal glaubte, eines zu brauchen.

Ich ergriff damals die Möglichkeit, meinen Eltern ihr Auto, einen VW Polo, abzukaufen. Neben der Lösung meines Pendelproblems (Vollzeitbeschäftigung in Tübingen, Nebentätigkeit im 30km entfernten Nürtingen) ergaben sich viele weitere Vorteile wie regelmäßige Ausflüge in die Umgebung und eine deutlich schnellere Anreise zum Stuttgarter Flughafen, was mir bei meiner Fernbeziehung nach Berlin auch sehr entgegenkam. Zugegeben, für viele dieser vermeintlichen Vorteile hätte es auch andere ähnlich bequeme Lösungen gegeben, doch dazu später.

Als ich aus Tübingen weg nach Berlin zog, habe ich mein Auto wie selbstverständlich mitgenommen. Schließlich hatte ich mich an den Komfort eines eigenen Autos gewöhnt. Allerdings dauerte es in Berlin nicht sehr lange, bis mir die Nachteile eines eigenen Autos in einer Großstadt mit einem sehr gut ausgebautem Nahverkehrssystem und auch vielen weiteren Alternativen zum eigenen Auto deutlich wurden. Mein Auto stand zunehmend wochenlang ungenutzt herum, da ich fast alles mit dem Fahrrad oder dem öffentlichen Nahverkehr erledigen konnte. Wenn ich es mal nutzte trieb mich die ewige Parkplatzsuche in den Wahnsinn. Schließlich führte es dazu, dass ich mir die gleiche Frage, die ich mir drei Jahre zuvor in Tübingen gestellt hatte, nochmals stellte: Brauche ich wirklich ein eigenes Auto? Emotional fiel es mir doch sehr schwer, mich von meinem Auto und der damit verbundenen Flexibilität und Freiheit zu trennen. Als Ökonom blieb für mich daher nur die Schlussfolgerung, dass ich ausrechnen muss, was mich diese Flexibilität und Freiheit kostet und ob ich bereit bin diesen Betrag dafür zu zahlen.

Rechnet sich ein eigenes Auto?

In einem ersten Schritt habe ich ausschließlich die Unterhaltskosten berechnet, das heißt KfZ-Steuer, Versicherungszahlungen sowie die anfallenden Kosten für Wartungen und Reparaturen. Das Ergebnis überraschte mich dann doch etwas. Insgesamt habe ich im Jahr 1.320 Euro für mein Auto ausgegeben ohne auch nur einen einzigen Kilometer damit gefahren zu sein.

In einem zweiten Schritt habe ich recherchiert, was mich Car-Sharing kosten würde. Im Unterschied zu Tübingen gab es in Berlin bereits 2014 eine Reihe von Anbietern mit unterschiedlichen Car-Sharing-Konzepten, die seitdem auch noch stetig gewachsen sind. Ich habe mich zunächst für einen stationären Car-Sharing-Anbieter entschieden, das heißt die Autos stehen einem an bestimmten Stationen zur Verfügung und man muss sie auch dort wieder abgeben. Der Anbieter, für den ich mich schließlich entschieden habe, hatte in dem von mir gewählten Tarif keine Jahresgebühr. Mit jährlich 50 Euro konnte man aber die Selbstbeteiligung im Schadensfall von 1.000 Euro auf 200 Euro reduzieren. Weitere Kosten kommen lediglich bei der Nutzung der Autos auf. Diese setzen sich aus einem Zeit- und einem Kilometerpreis zusammen.

Bei einem Auto in vergleichbarer Größe zu meinem eigenen Auto bedeutete dies, dass ich mir zwei Mal im Monat für einen ganzen Tag ein Car-Sharing-Auto nehmen und jeweils etwa 250 km fahren könnte bevor mein eigenes Auto günstiger wäre. Diese Rechnung ist dabei sehr vereinfacht, da sie weder den Wertverlust meines eigenen Autos, noch andere Tarife beim Anbieter, die für Vielnutzer deutlich günstiger sind, berücksichtigt. Zudem habe ich die Rahmenbedingungen (angenommener Verbrauch (6,0 l/100 km), Benzinpreis (1,10 €/l, und Mietdauer (1 h/10 km)) die Option eigenes Auto begünstigt. Dies sollte verdeutlichen, dass die Rechnung in der Realität eher noch stärker zugunsten von Car Sharing ausfallen würde. Anbei ein kleines tabellarisches Rechenmodell.

Annahmen zur Tabelle: Hier werden meine Ausgaben beim eigenen Auto mit meinem CarSharing Tarif verglichen. Andere Tarife bzw. Anbieter können zu höheren oder niedrigeren Kostensätzen führen. Da ich das Car-Sharing-Auto häufig für längere Fahrten ins Umland nutze, habe ich ein recht hohen „Stundenverbrauch“ mit einer Stunde für zehn gefahrene Kilometer. Auch hier kommt man möglicherweise mit Tagestarifen etc. günstiger hin.

Mobil sein ohne eigenes Auto

Nachdem ich mich schweren Herzens von meinem eigenen Auto getrennt habe, nutze ich mittlerweile neben dem stationären Car-Sharing-Modell auch ein nicht stationäres Car-Sharing-Modell. Letzteres hat den Vorteil, dass die Autos innerhalb des Geschäftsgebietes verteilt stehen und man sich bei Bedarf via App ein freies Auto in der Nähe sucht und es am Zielort einfach wieder abstellt. Dieses System ist zwar etwas teurer als die stationären Modelle, hat aber den Vorteil, dass man das Auto überall innerhalb des Geschäftsbereichs wieder abgeben kann und es nicht wieder zu einer Station zurück bringen muss. Somit nutze ich für weitere Fahrten insbesondere ins Umland, das günstigere stationäre System und für Fahrten innerhalb Berlins das nicht stationäre Modell.

Für mich hat Car Sharing auch dazu geführt, dass mir die Kosten einer Autofahrt deutlich bewusster sind. Beim eigenen Auto bin ich meist einfach losgefahren und habe mir meist auch über die Benzinkosten wenig Gedanken gemacht. Jetzt überlege ich mir, ob das Auto tatsächlich die beste Option ist, oder ob ich nicht günstiger und teilweise sogar ohne Zeitverlust mit dem Fahrrad oder dem öffentlichen Nahverkehr an mein Ziel komme. Dies hat zur Folge, dass ich das Auto nur sehr selten benutze und dies meist, wenn ich viele oder schwere Gegenstände transportieren muss. Dies sind innerhalb Berlins vor Allem Fahrten zum Recyclinghof oder zu Freunden. Letztendlich hat sich das Car-Sharing-System auch in spontanen Notsituationen bewährt. Als aufgrund eines Sturms meine Frau aus Hamburg nicht mehr nach Berlin kam, konnte ich ein Car-Sharing-Auto ausleihen und sie dort abholen.

Habe ich Freiheit aufgegeben oder sogar gewonnen?

Insgesamt hat sich für mich herausgestellt, dass ein eigenes Auto zwar viel Flexibilität und Freiheiten gibt, dies aber zu einem sehr hohen Preis erfolgt. Mit Car Sharing gibt es eine sinnvolle Alternative, die kostengünstiger ist und man befreit sich auch von den Verpflichtungen, die mit einem eigenen Auto auf einen zukommen. Zudem kann man über Car-Sharing für jede Gelegenheit, beispielsweise Möbeltransporte, das passende Auto mieten und viele Car-Sharing-Anbieter sind in mehreren Städten vertreten. Letzteres erhöht die Flexibilität, da man für lange Strecken bequem den Zug nutzen kann und sich einfach am Zielort ein passendes Auto holt. Nicht stationäre Systeme haben außerdem den Vorteil, dass man die Autos auch nur für eine Strecke nutzen kann oder spontan ein Auto ausleihen kann, wenn es beispielsweise zu Ausfällen im öffentlichen Nahverkehr kommt. Auch wenn es nicht mein Hauptkriterium war, so ist es doch auch das ökologisch nachhaltigere Modell, da man sich besser überlegt, wann man wirklich ein Auto benötigt und dasselbe Auto von mehreren Personen genutzt werden kann.

Rückblickend betrachtet wäre eine Lösung ohne eigenes Auto auch in Tübingen die kostengünstigere Option gewesen ohne einen deutlich höheren Zeitaufwand in Kauf nehmen zu müssen. Eine Car Sharing Option gab es in der Nähe meiner Wohnung und für die Flughafenfahrten hätte man auch einen Fahrservice in Anspruch nehmen können. Ob ich mich heute in Tübingen für die CarSharing-Lösung statt dem eigenen Auto entscheiden würde ist schwer zu beantworten. Ich vermute mal, dass ich mich tatsächlich anders entscheiden würde und CarSharing wählen würde, kann aber nicht ausschließen, dass auf die Dauer die Bequemlichkeit gesiegt hätte.

Beim Schreiben dieses Beitrags sind mir aber nochmal ein paar Dinge bewusst geworden. Für meine Situation ist Car Sharing eine sehr gute Alternative zum eigenen Auto. Dies liegt vor Allem daran, dass Berlin nicht nur ein sehr gut ausgebautes Nahverkehrssystem hat, sondern laut Carsharing News das mit Abstand größte Angebot an CarSharing-Angeboten hat, die auch noch durch Sharing-Angebote für Elektroroller und Fahrräder ergänzt werden. Mittlerweile existiert aber auch in anderen Großstädten ein gutes bis sehr gutes Angebot an CarSharing-Modellen. Insbesondere in Klein- und Mittelstädten ist es allerdings möglich, dass man entweder keine Anbieter findet oder die Infrastruktur der vorhandenen Anbieter recht klein ist. Dies macht das eigene Auto wieder attraktiver. Zudem ist man weiterhin auf ein eigenes Auto angewiesen, wenn man in Vororten oder auf dem Land lebt und es gar keine Angebote gibt.

einfache Veränderungen: Teil 2 – Mobilität

einfache Veränderungen: Teil 2 – Mobilität

Weiter gehts mit 3 einfachen Tipps zur Mobilität, natürlich wieder alltagstauglich, gesund, nachhaltig und zum Geld sparen.

  1. Zu Fuß gehen und Rad fahren: entschleunigt, denn man braucht etwas mehr Zeit, aber man hat auch direkt Bewegung an der frischen Luft und muss nicht auf dem Laufband im Fitness-Studio schwitzen 😉
  2. Treppe statt Aufzug nehmen, macht fit
  3. Abo für den öffentlichen Nahverkehr anschaffen. Was man hat, nutzt man auch. Wenn das alle täten gäbe es in den Städten auch weniger Stau!

Für Fortgeschrittene:

  1. Auto verkaufen: Wenn man kein eigenes Auto hat spart man echt viel Geld, dafür kann man viel Taxi/Car-Sharing Auto/Zug fahren und sich dabei sehr dekadent fühlen 🙂
  2. Fahrrad-Korb oder -Taschen anschaffen: damit kann man den Wocheneinkauf für zwei bis drei Personen auf jeden Fall locker erledigen.
  3. Mit dem Zug in den Urlaub statt fliegen: der Weg ist das Ziel, warum nicht Freunde besuchen und dort einen Stop einlegen? Oder in einer Stadt, die ihr immer schon mal sehen wolltet?
einfache Veränderungen: Teil 1 – Lebensmittel-Einkauf

einfache Veränderungen: Teil 1 – Lebensmittel-Einkauf

Fangen wir also ganz einfach an:

3 Tipps zum Lebensmittel-Einkauf, die alltagstauglich, gesund, nachhaltig und einfach sind (und meist noch Geld sparen).

  1. Leitungswasser trinken: Spart Geld & Zeit (kein Einkauf), Nerven (kein Schleppen) und Kalorien (gegenüber Softdrinks und Co)
  2. Stoffbeutel o.ä. (z.B. zusammenfaltbarer Rucksack) für Spontan-Einkäufe immer in der Tasche haben, die haben wirklich kein großes Gewicht und brauchen nicht viel Platz
  3. Möglichst wenige Fertigprodukte kaufen (Gewürzmischungen, Tiefkühlpizza, Chips, Kekse etc.), man glaubt gar nicht wo überall Zucker drin ist. Von Verpackungen mal ganz zu schweigen

Für Fortgeschrittene:

  1. Zum Wocheneinkauf außer dem Stoffbeutel auch Tupperdose, Eierkarton, Teedosen etc. mitnehmen
  2. Verpackungsfreie Einkaufsoptionen finden, z.B. Wochenmarkt/Ökomarkt, Marktschwärmer, Verpackungsfreie Läden, Bio-Supermärkte
  3. Mehr pflanzliche Lebensmittel kaufen
einfache Veränderungen

einfache Veränderungen

Besser leben und dabei sogar etwas für die Umwelt tun

Habt ihr euch auch schon öfter gefragt, wie ihr mehr Zeit für eure Freunde und Familie haben könntet, mehr Sport treibt, euch gesünder ernährt und … Und gleichzeitig auch noch etwas Gutes für die Umwelt tun könnt? Denn sind wir mal ganz ehrlich, wir wissen doch, dass unser aktueller Lebensstil nicht dazu geeignet ist unsere Erde für unsere Kinder und Enkel in einem guten Zustand zu erhalten. Aber wir ändern trotzdem nichts, es scheitert an… ja an was eigentlich? Bequemlichkeit? „Das haben wir immer schon so gemacht“-Mentalität? Die anderen helfen ja auch nicht mit, warum sollte ich mich zuerst bewegen? Ich kann das nicht so toll umsetzen wie die Menschen, die fantastische Blogs schreiben (z.B. Wastelandrebel oder Projekt: Gesund Leben), da brauch ich gar nicht anfangen? Ich hab keine Zeit? Oder folgen wir einfach gesellschaftlichen Normen, ohne weiter drüber nachzudenken?

Habt ihr Lust zu sehen, ob es nicht vielleicht doch anders geht? Und da Änderungen im Verhalten etwas Zeit und Mühe brauchen, haben wir hier die einfachsten Tipps gesammelt. Es ist gar nicht so anstrengend wie es klingt, versprochen! Und auch wenn ihr nur einen kleinen Teil davon umsetzt, jeder kleine Beitrag ist viel besser als gar nichts zu tun!

Viele gute Gründe

Meiner Erfahrung nach hilft es besonders, wenn man für ein neues Verhalten mehr als einen guten Grund finden kann. Also z.B. der Vorsatz keine Schokoladenkekse zu essen. Das ist sinnvoll, weil es

  1. Müll reduziert, z.B. im Verlgeich zu unverpacktem Obst
  2. Die Schokolade nicht von der Elfenbeikünste transportiert werden musste und CO2 gespart wird
  3. Konventionelle Schokolade wird eh unter extrem schlechten Bedingungen für die Arbeiter produziert, da lohnt sich ein Wechsel auf faire Produkte, wenn man nicht ganz verzichten will
  4. Gesünder ist es auf jeden Fall auch (zero-Zucker, clean eating!) und hilft bei evtl. vorhandenen Diät-Plänen
  5. Vergleichsweise teuer ist eigentlich alles, was man an verarbeiteten Produkten kauft. Auf den Kilo-Preis gerechnet schneidet Bioobst da richtig gut ab 😉

Was man nicht zuhause hat, kann man nicht essen. Wenn mich also beim Einkaufen die Schokoladenkeks-Lust überkommt und ich heute aber keine Lust habe, mich darum zu kümmern, ob ich jetzt Zucker esse oder nicht, dann ist es aber vielleicht trotzdem ein Tag, an dem ich Plastik vermeiden will. Oder umgekehrt.

Im Folgenden findet ihr thematisch sortierte, einfache, alltagstaugliche Ideen. Einfach mal ausprobieren!

Was bringt’s?

Was bringt’s?

Aber das bringt doch eh nichts…

…wer hat das noch nicht gedacht zum Thema Nachhaltigkeit. Selber das eigene Leben etwas umstellen um Ressourcen und CO2 zu sparen klingt so anstrengend. Scheinbar macht es ja sonst keiner und bringt es wirklich so viel, weniger Fleisch zu essen, den Zug zu nehmen statt das Flugzeug, aufs Rad zu steigen statt sich ins Auto zu setzen?

Hier könnt ihr es ausrechen: http://ressourcen-rechner.de

Lohnt es, den Alltag auf nachhaltiges Verhalten umzustellen?

Mich hat natürlich auch interessiert, ob die Bemühungen von meinem Mann und mir nachhaltiger zu leben erfolgreich sind. Aber fangen wir am Anfang an. 2012 waren wir auf Hochzeitsreise in der Antarktis. Dieser Urlaub war natürlich nicht besonders nachhaltig: langer Flug, Rundreise auf einem Schiff. Immerhin müssen die Anbieter dieser Reisen vor Ort sehr strenge Umweltschutz-Richtlinien einhalten, damit die Tiere nicht gestört werden. Und mit uns hat die Reise auch etwas gemacht. Wir waren immer schon offen für Umweltschutz und Nachhaltigkeit, fuhren viel Rad und hatten mit Absicht kein eigenes Auto. Aber in vielen Lebensbereichen waren wir doch noch recht verschwenderisch oder gedankenlos unterwegs. Um ein Beispiel zu nennen: uns war schon klar, dass Ökostrom sinnvoll ist, aber die Faulheit hatte verhindert, dass wir die Umstellung gemacht hatten. Dabei ist der Aufwand den Stromanbieter zu wechseln natürlich vergleichsweise gering. Weiß man aber nicht, wenn man das noch nie gemacht hat und so hat lange Zeit der Schweinehund gewonnen, der sagte: oh, das ist so kompliziert dich drum zu kümmern, kannst du morgen immer noch machen.

Die Reise hat uns die Schönheit und Verletzlichkeit der Natur näher gebracht und einen Prozess angestoßen, in dem wir angefangen haben, Schritt für Schritt unser Leben danach zu beleuchten, wie ressourcen-schonend, oder eben nicht es ist.

Startpunkt 2012

31,8 Tonnen Rohstoffe war unser Ressourcen-Verbrauch im Jahr 2012:

Schon gar nicht so schlecht, unter dem Durchschnittsverbrauch. Aber doch ein hoher Verbrauch im Bereich Reise, Mobilität und Wohnen.

Messpunkt 2017

Wie ist der aktuelle Stand? 2017 sind wir nur noch bei 19,7 Tonnen!

Wir kommen mit ca. 60% der Ressourcen aus, die wir noch vor 5 Jahren gebraucht haben. Und subjektiv fühlt es sich so an, als wäre unser Lebensstandard in der Zeit gestiegen. Wir kochen viel öfter mit frischem Bioobst und –gemüse, haben immer noch tolle Hobbies, machen schöne Reisen, treffen Freunden und haben ein super Familienleben dazu gewonnen.

Wie konnten wir sparen?

Wohnen

Die Umstellung auf Ökostrom spart uns ganze 4 von 10 Tonnen. Der kleine Aufwand den Stromanbieter zu wechseln hat also richtig was gebracht! Das wir nebenbei den Stromverbrauch insgesamt gesenkt haben (um 800 kWh durch neuen Kühlschrank, weil der alte kaputt war; schaltbare Steckdosen, die Standby der Geräte verhindern; weniger technische Geräte im Haus) spart auch nochmal ein bisschen. Beim Heizen haben wir etwas gespart, aber da ist noch Potential fürs nächste Jahr.

Konsum

Der machte eh nicht den Löwenanteil bei uns, da wir unsere Möbel, technischen Geräte eh oft schon Second Hand gekauft haben. Aber im Bereich neuer Kleidung spare ich inzwischen einiges ein.

Ernährung

Früher hatten wir Mineralwasser für Gäste da, das gibt‘s heute nicht mehr. Außerdem wurde ein Teil der Milch durch Pflanzenmilch ersetzt, Fleisch gibt’s nur noch ganz selten. Dafür viel frisches Biogemüse und -obst. Lecker 🙂 Da haben wir ca. 1 Tonne eingespart

Mobilität

Leider hat sich mein Arbeitsweg verlängert und ich fahre nun Zug statt Rad. Dadurch hat sich hier nicht so viel getan. Aber wir fahren noch seltener Auto als früher. 2012 haben wir uns auch öfter mal den Wagen unserer Eltern geliehen. Das haben wir durch Carsharing ersetzt und nutzen es nur noch, wenn es wirklich nicht anders geht.

Reisen

Ganz klar, Flugreisen machen viel aus! Wir konnte unseren Verbrauch fast halbieren, und das, obwohl wir 2017 drei Wochen im Camper verbracht haben, und dabei doch einiges an Strecke zurückgelegt haben. Auch mit dem Zug waren wir weit unterwegs (England, Italien, Polen), haben aber oft bei Freunden und Familie übernachtet. Nicht nur preiswerter, sondern auch nachhaltiger als im Hotel. Und viel netter!

 

Wir haben festgestellt, die kleinen Änderungen machen eine Menge aus. Daher einfach anfangen! Am besten dort, wo ihr schnelle Erfolge seht (Ökostrom) oder euch aus anderen Gründen eh umstellen wolltet (Ernhährung ist da ein gutes Beispiel) oder sich der „Verzicht“ nicht so harsch anfühlt. Einfach mal machen und drüber reden! Das inspiriert andere und ihr seid nicht mehr allein 🙂

Vanillezucker

Vanillezucker

Vanillezucker kann man ganz einfach in großen Mengen selber machen und braucht dann nicht viele von den kleinen 8 g Tütchen, die nochmals extra mit Plastik verpackt sind um z.B. leckere Vanillekipferl zu backen. Dazu nimmt man eine Vanilleschote, schneidet sie klein und mischt sie in einen Glas (z.B. leeres Honig- oder Marmeladenglas) mit ca. 300 g Zucker. Das Mark der Schote kann man vorher rauskratzen und für andere Zwecke verwenden oder man lässt es einfach drin. Das Glas mit dem Zucker immer mal wieder schüttlen und nach einigen Tagen ist der Vanillezucker fertig. Man kann auch immer wieder neuen Zucker nachfüllen, die Vanilleschote ist recht ergiebig. Meine verwende ich seit ca. 2 Jahren und ich backe oft und gerne mit Vanillezucker. Weiterer Vorteil: die Schote kostet zwar 5 Euro, aber die Gesamtzuckermenge, die man damit erhält ist vergleichsweise günstig 🙂