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Zugreisen – geht das auch mit Kind?

Zugreisen – geht das auch mit Kind?

Es ist Urlaubszeit und ich wurde letzlich noch gefragt, ob das Bahnreise mit kleinem Kind gut funktioniert. Es dauert noch etwas bis zu meinem diesjährigen Sommerurlaub, aber ich kann meine Erfahrung vom letzten Jahr teilen. Beim Reisen stellt sich ja immer die Frage: wie kommen wir hin und wie bewegen wir uns. Da mein Mann und ich nach unserer letzten langen Flugreise beschlossen hatten, für mindestens 10 Jahre ohne Flieger auszukommen, stand zumindest ein Verkehrsmittel gar nicht zur Debatte. Bleiben Zug sowie Mietauto. Wir hatten uns für eine Kombination entschieden, da ein Teil der geplanten Reiseroute leider mit dem Zug schlecht zu machen war. Die Route war: Bonn – Leipzig mit dem Zug, Leipzig – Görliz – Oppeln – Łódź – Toruń – Danzig – Kolberg – Berlin mit dem Auto und schließlich von Berlin nach Bonn mit dem Zug. Ihr merkt, wir hatten viel mehr Stops mit dem Auto. Das lag vor allem daran, dass wir immer nur 2-3 Stunden entspannt fahren konnten bevor die Kleine keine Lust mehr hatte. Ich möchte euch noch kurz die Vorteile beider Verkehrsmittel für das Reisen mit Kleinkind zusammenfassen:

Vorteile beim Zug:

  • Man kann sich bewegen (großes Plus mit kleinem Kind, ermöglicht uns aktuell 5-6 Stunden entspannt unterwegs zu sein statt 2-3 Stunden mit dem Auto)
  • Man muss sich nicht aufs Fahren konzentrieren sondern kann anderen Dinge tun
  • Weniger CO2, je nach Studie ist der Effekt unterschiedlich groß, aber immer vorhanden. Nachzulesen z.B. beim Umweltbundesamt.

Hilfreiche Infos zur Zugfahrt:

  • Im ICE das Kleinkindabteil zu reservieren macht die Reise entspannter. Wenn das ausgebucht ist, dann ist Familienbereich auch gut.
  • Wickelmöglichkeiten gibts im Kleinkindabteil und im Rollstuhl-WC
  • Mit großem Kinderwagen besser nicht IC/EC fahren sondern Regionalbahnen oder ICE, da ist nämlich mehr Platz. Ansonsten könnt ihr euch auch einfach darauf einstellen dass ihr mit dem Wagen im Gang im Weg steht. Eine meiner Meinung nach entspanntere Alternative ist ein kleiner Buggy oder eine Trage.
  • Man kann bei der Buchung die Umsteigezeiten anpassen (deutsche Bahn). Wenn man mit viel Gepäck unterwegs ist kann dies die Reise entspannter machen
  • Hier gibt es interssante Infos zu vielen Bahnstrecken
  • Dieses Reisebüro ist auf weltweite Bahnreisen spezialisiert (Ich habe es bisher nicht genutzt, da ich alles selber gebucht habe, aber könnte für exotischere Länder interessant sein)

Vorteile beim Auto:

  • Man ist flexibler was Abfahrtzeiten betrifft
  • Man kann einfach mehr Gepäck dabei haben

Hilfreiche Infos für die Autofahrt:

  • Schlafenszeiten des Kindes nutzen um zu fahren
  • Genug Spielzeug und Essen / Trinken dabei haben
  • Dazu, über Nacht zu fahren, konnten wir uns bisher noch nicht durchringen. Das würde die Strecke, die man schafft deutlich erhöhen, klingt aber sehr anstrengend.

Unser Beispiel für eine Packliste für ein Kleinkind (ca 1-1,5 Jahre) im Sommerurlaub. Wir waren 3 Wochen unterwegs und haben 2x zwischendrin gewaschen:

  • 1 Schlafsack
  • 2 Schlafanzüge
  • 2 Bodies, langer Arm
  • 4 Bodies, kurzer Arm
  • 3-4 T-Shirts
  • 1-2 Langarmshirts
  • 1 Jacke
  • 1 Paar Schuhe / playsocks
  • 1 Badehose
  • 1 Matschhose
  • 1 warme Hose
  • 3 dünne Hosen / Leggings
  • 2 kurze Hosen
  • 2 Lätzchen
  • 1 Schwimmwindel / Badehose
  • 1 Sonnenhut
  • 1 Mütze
  • 1 Halstuch

PS. ohne Kind habe ich letztlich den Flixbus genutzt, Reiseziel:Kopenhagen. Das war wirklich super. Pünktlich und entspannt, selbst bei der Fahrt über Nacht. Wie das mit einem Kleinkind geht ist mir aber nicht klar, aber ich denke mal in ein paar Jahren fahren wir vielleicht auch so in den Urlaub.

Abenteuer SoLaWi

Abenteuer SoLaWi

Sehr lange gab es keinen neuen Artikel auf diesem Blog. Das liegt daran, dass ich in den letzten Monaten viel Zeit damit verbracht habe, auf Demonstrationen zu gehen, Petitionen zu unterschreiben und zu teilen. Außerdem hatte ich auch ein wenig das Gefühl, dass es gerade wichtiger ist die Politik zu beeinflussen als das persönliche Verhalten meiner Mitmenschen. Aber um die Klimakrise noch einzudämmen brauchen wir beides und ich möchte diesen Blog hier wieder mit ein wenig Leben füllen.

Dass die Klimakrise real ist brauche ich hier nicht weiter zu besprechen, das tun andere Leute viel besser als ich. Seid ihr noch nicht ganz überzeugt, dann lest z.B. in der Zeit oder ihr stöbert in den Klimafakten bzw. in der Klimalounge.

Womit ich mich die letzen Monate noch beschäftigt habe war meine neue Mitgliedschaft in der SoLaWi (solidarische Landwirtschaft), die für mich im März diesen Jahres begonnen hat. Keine Ahnung was eine SoLaWi ist? Nicht schlimm, das ist schnell erklärt: Viele Menschen schließen sich zusammen und finanzieren gemeinsam, solidarisch – jede/r gibt soviel wie möglich ist – einen landwirtschaftlichen Betrieb. Im Gegenzug erhalten alle zu gleichen Teilen die Ernte: lokal, saisonal, (bio) und lecker.

Einiges ist jetzt anders als vorher. Auf dem Markt (und im Supermarkt natürlich noch mehr) gibt es immer auch Gemüse, dass nicht regional/saisonal ist. Wenn der Kühlschrank aber schon voller SoLaWi Gemüse ist, muss ich gar nicht mehr einkaufen gehen, und die Versuchung Tomaten im Mai zu kaufen ist dann sehr klein. Das Kochen ist inzwischen auch etwas anders. Früher war das größte Problem zu überlegen, was wir wohl kochen könnten um dann entsprechend einzukaufen. Jetzt ist die Herausforderung eher viele verschiedene Rezepte für dieselben Zutaten zu bekommen. Aber so langsam werde ich zur Expertin für die Variation des grünen Salats – hätte nicht gedacht, dass das so lecker sein könnte. Und ich hoffe ein wenig auf den Effekt, den Barbara Kingsolver in ihrem Buch Animal, Vegetable, Miracle beschreibt: dass man sich in der Saison so satt essen kann an einem Lebensmittel, dass es danach ok ist, es viele Monate nicht mehr essen zu können. Ein weiterer schöner Nebeneffekt der SoLaWi ist es, viele nette, engagierten Menschen kennenzulernen, die ähnliche Themen bewegen wie mich. Und die Chance ein wenig zu gärtnern, wenn ich Lust dazu habe während das aber keine dauerhafte Verpflichtung ist, da ca. 400 andere Menschen auch im SoLaWi Verein sind, und nicht jede/r jedesmal anpacken muss. Es ist SEHR befriedigend am Ende einiger Stunden auf dem Acker zu sehen, was ich so geschafft habe. Eine gute Abwechslung zu meinem beruflichen Alltag, wo Ergebnisse oft nicht so klar sichtbar sind. Ich vermisse tatsächlich unseren Marktschwärmer, denn auch da bekamen wir leckeres Gemüse aus der Region. Eine gute Alternative für alle, denen es nicht gefällt, dass sie das Gemüse der Woche nicht selber aussuchen können. In der SoLaWi bekommen wir jede Woche nämlich das Gemüse, dass gerade geerntet werden muss. Beim Marktschwärmer und auf dem Biomarkt kann ich stärker selber entscheiden was ich kaufe.

Die Gemüsemenge schwankt bei der SoLaWi tatächlich auch Jahreszeitenbedingt. Im Winter gibt es, zumindest bei unserer SoLaWi, deutlich seltener Gemüse. Da habe ich das erste Mal Wirsing bekommen – hätte ich nie gekauft, weil ich dachte der schmeckt nicht – und festgestellt: SOOO lecker 😉

Inzwischen bekommen wir jede Woche große Tüten voll Salat, Fenchel, Mangold, Kräuter, Frühlingszwiebeln und Kohlrabi. Sieht optisch ganz anders aus als noch vor ein paar Monaten. So gibt es dann auch bei der SoLaWi abwechslungsreiches Essen – der Rhythmus des Wechsels ist ein wenig anders als vorher, aber definitiv nicht schlechter. Absolutes Highlight für mich ist es, bei der Beschaffung der Lebensmittel noch einen Schritt weiter auf saisonal und regional und somit nachhaltig gegangen zu sein. Größtes Highlight für meine kleine Tochter ist die Tatsache, dass wir schon zweimal eine kleine Schnecke im Salat gefunden haben. Der ist halt nicht ganz so klinisch sauber wie aus dem Supermarkt. Zugegebenermaßen, das nervt beim Waschen. Aber es fühlt sich besser an diesen Salat zu essen – es ist eben glücklicher Salat.

Die gute und die schlechte Nachricht

Die gute und die schlechte Nachricht

Die schlechte Nachricht zuerst: der Klimawandel ist da. Sehr anschaulich erklärt in diesem Video von der Tagesschau.

Aber es gibt auch gute Nachrichten: es ist noch nicht zu spät, wir können den Klimawandel vielleicht nicht mehr aufhalten, aber doch sehr stark beeinflussen, wie krass es werden wird. Sagt zumindest der Weltklimarat IPCC – wer die kurze Version hören mag wähle den Link zum Radiobeitrag, für mehr Informationen könnt ihr hier weiterlesen.

Haben wir also Hoffnung, dass wir die 1,5°C schaffen können? Dazu möchte ich aus einen Text zitieren, den ich vor einigen Tagen im Adventskalender gefunden habe:

„Vielleicht heißt Hoffnung gar nicht der Glaube an den guten Ausgang der Welt und an die Vermeidung ihrer Zerstörung. Es garantiert uns kleiner, dass das Leben auf der Erde in absehbarer Zeit nicht kollabiert, auch kein Regenbogen. Aber wir können tun, als hofften wir. Hoffen lernt man dadurch, dass man handelt, als sei Rettung möglich. Hoffnung garantiert keinen guten Ausgang der Dinge. Hoffen heißt darauf vertrauen, dass es sinnvoll ist was wir tun. Hoffnung ist der Widerstand gegen Resignation, Mutlosigkeit und Zynismus.“
Fulbert Steffensky

Was könnt ihr tun? Euren Abgeordneten schreiben wäre eine Möglichkeit. Oder neue Gewohnheiten in euer Leben bringen. Inspirationen dazu findet ihr auf diesem Blog. Ich wünsche euch allen einen frohen 2. Advent.

„Die Hölle am Himmel“

„Die Hölle am Himmel“

Liebe Leute,

in der aktuellen Zeit gibt es ein wirklich interessantes Dossier zum Thema Flugreisen und auch ein spannendes Interview

Ich möchte euch mit ein paar Zitaten Lust auf die Lektüre machen:

„Es gibt tatsächlich eine Generation, die mit Ryanair und Easyjet groß geworden ist. Die wird begreifen müssen, dass sie eine unglaubliche Ausnahmesituation erlebt hat – die zu sehr auf Kosten der Umwelt geht. Diese Leute müssen ihr Verhalten ändern – aber dazu sind Menschen durchaus in der Lage. Es wird ihnen allerdings leichterfallen, wenn es Alternativen gibt. Wenn beispielsweise die Bahnstrecken endlich ordentlich ausgebaut werden. In ganz Europa. Bisher gilt die Bahn bis zu 500 Kilometern als das beste und komfortabelste Verkehrsmittel. Diesen Radius müssen wir ausweiten.“

„Fliegen ist nur deshalb so erschwinglich, weil der Staat es unterstützt. Weil er die Schäden ignoriert, die das Fliegen anrichtet. Denn Flughäfen bringen Wirtschaftswachstum, Jobs, Tourismus, Messegäste. Flughäfen machen Städte attraktiv. “

„Womöglich würde sich das Fliegen dann in das zurückverwandeln, was es einmal war: in eine Möglichkeit, weit entfernte Länder, andere Kontinente zu entdecken, nicht Düsseldorf. Das wäre zwar nicht die Lösung. Aber es wäre ein sehr guter Anfang. “

 

Ja, es ist möglich innerhalb Deutschlands und Europas mit der Bahn zu fahren, auch wenn die Strecken etwas länger sind. In den letzten Jahren habe ich das so gemacht. Es kostet etwas mehr Zeit, das stimmt. Aber es ermöglicht wundervolle Zwischenstopps. Die Reise nach Rom hätte ich sonst sicher nicht mit einem Besuch bei Freunden im Tessin oder einem Abstecher nach Florenz verbunden. Nach London fahre ich nur noch mit dem Zug, das ist einfach so viel entspannter als mit dem Flugzeug (der Weg von den Flughäfen in die Londoner Innenstadt ist einfach nicht besonders kurz oder günstig und mit dem Bus bei Berufsverkehr echt einfach nur anstrengend!). Auch Paris oder Brüssel sind super angebunden ans deutsche Streckennetz. In der Schweiz ist Zugfahren einfach wundervoll, die Bahnen sind super pünktlich, weil die Fahrpläne nicht so eng getaktet sind und die Aussicht auf die Berge ist einfach fantastisch.

Was meint ihr? Wäre eure nächste Reise auch mit der Bahn statt mit dem Flugzeug möglich?

Stillen und Essen

Stillen und Essen

Auch zum Thema Stillen und Essen fragten wir uns vor der Geburt unserer Tochter, was wir wohl alles brauchen. Inzwischen wissen wir mehr…

  • Stillkissen: hatte ich von einer Freundin geliehen. Und hab es im Grunde nicht benutzt, Stillen funktionierte für mich im Liegen bzw. mit Sofakissen irgendwie besser. Und sobald das Stillen gut klappt geht das sowieso überall. Zum Glück habe ich mir keins gekauft, das hatte ich nämlich vorher überlegt.
  • Stilleinlagen: die Wolle-Seide-Teile, z.B. von Elanee oder dm, sind für mich eh viel angenehmer auf der Haut als Einmal-Teile: Man trägt die Seite mit der Seide (= nicht die flauschige) zum Körper. Und mehr als 3-4 Paar brauchte ich nicht, habe die immer abends ausgewaschen und zwischen einem Handtuch trocken gepresst. Eigentlich hätten daher 2 Paar gereicht, aber unterwegs war‘s schon praktisch das ein oder andere Paar mehr zu haben. Hier kann man viel Müll und Verpackung und Geld sparen.
  • Milchpumpe und viele Flaschen: braucht Frau natürlich nur, wenn sie z.B. während der Stillzeit wieder arbeiten geht oder aber auch mal länger ohne Baby unterwegs sein möchte/muss. Ich hatte alles von einer Freundin geliehen (die die Sachen Second Hand erstanden hat). Und das ganze Equipment wird eh vor jeder Benutzung sterilisiert, daher auch kein Grund zur Sorge, dass es nicht sauber sein könnte. Viele Flaschen sind sinnvoll, um eine Milchvorrat im Gefrierfach zu haben. Wenn man nicht so viele Flaschen hat müsste man in andere Gefäße umfüllen oder Einmal-Tütchen verwenden.  Ebenfalls geliehen hatte ich eine kleine Kühltasche samt Kühlakku, der genau zwischen 4 Flaschen passte. Tatsächlich sehr praktisch für die Tage im Büro, kann man aber sicher auch mit schon vorhandenen Kühltaschen/-akkus machen.
  • Apropos sterilisieren: ein Dampfsterilisator für die Mikrowelle, sofern man eine hat, ist tatsächlich eine feine Sache. Aber auch eine, die in vielen Kellern/Speichern bei Freunden und Familie stehen dürfte (so wie bei uns, wir hätten drei leihen können 😉 ) und gut zu leihen ist, da man sie nur kurz braucht.
  • Babygeschirr für Beikost:
    • Plastikschälchen für Brei bekamen wir Second Hand (unsere Patenkinder sind jetzt schon groß und essen mit richtigem Geschirr)
    • Plastiklöffel: da haben wir eine bunte Mischung – geerbt, geschenkt bekommen, schon in der Küche gehabt. 4 Stück reichen uns.
    • Glas: unsere Tochter trank am Anfang aus einem kleinen Gläschen, das wir von einer Weinprobe mitgebracht hatten. Da wir das Glas eh mit ihr zusammen festhielten, hatte ich auch keine Bedenken ihr Glas statt Plastik zu reichen. Inzwischen ist sie aber natürlich größer und will alles alleine machen. Da ist ein bruchsicherer Becher tatsächlich hilfreich, 4 Stück reichen bei uns bisher.
    • Eiswürfelform zum Einfrieren von Brei: die, die wir eh schon daheim hatten. Eine Form reicht, die Würfel einfach in eine Dose umfüllen, sobald sie fest sind.
    • Plastikdosen zum Aufbewahren des Breis: hatten wir auch schon in der Küche
  • Fläschchenwärmer und Dampfgarer (der auch Pürieren kann): sind nett zu haben und machen den Alltag schon leichter. Es geht auf jeden Fall auch ohne, so haben wir das gemacht bevor wir beides von Verwandten leihen konnten. Gehören aber auch zu den Geräten, die man nicht lange braucht (ca. 1 Jahr), d.h. es gibt bestimmt jemanden in eurem Bekanntenkreis, der so was ungenutzt im Schrank stehen hat und es euch gern verleiht oder weiterverkauft. Dampfgaren und Pürieren kann man aber auch genauso gut (manchmal sogar besser, wenn man direkt viele Portionen machen will) mit einem Dampfgareinsatz für den Topf und Mixer/Pürierstab.
Helfer für den Alltag

Helfer für den Alltag

Zugegeben, es ist auch gar nicht einfach als Ersteltern den Überblick im Dschungel von Angeboten speziell fürs Baby den Überblick zu behalten. Eine einfache Regel dazu ist aber: man braucht viel weniger als man so denkt! Hier möchte ich mit euch eine kurze Liste von Dingen teilen, die uns das Leben wirklich leichter machen und euch erzählen wie wir selbige in unseren Haushalt bekommen haben. Ihr werdet beim Lesen feststellen, dass ihr das Meiste wunderbar Second Hand erwerben oder von Freunden & Familie leihen oder erben könnt; gerade die Sachen fürs Baby braucht man nur kurze Zeit und sie sind danach fast wie neu, auch in 5. Generation 😉

  • Transport: Geschenkt bekommen haben wir uns ein elastisches Tragetuch (heißgeliebt) und einen Fahrrad-Anhänger (da wir kein Auto haben, eine wichtige Transport-Option), der Kinderwagen ist von Freunden geliehen. Wir dachten erst, dass wir nur mit dem Rad-Anhänger auskommen (also ganz ohne Kinderwagen), müssen aber zugeben, dass es schon gut ist, dass die Kleine am Anfang einen Wagen hatte, in dem sie richtig liegen konnte. Ist auch besser für ihren Rücken. Eine Manduca Trage haben wir für die Zeit nach dem elastischen Tragetuch (geht nur bis ca. 9 kg  und für mich war es ab ca. 7 kg schon nicht mehr bequem) Second Hand gekauft.
  • Möbel:
    • Wickeltisch: ein Familien-Erbstück. Bekam neue Seitenwände (mein Mann hatte Spaß beim Sägen und Anschrauben) und eine neue Lackschicht (ich hatte Spaß beim Anmalen, ja ist sehr Geschlechterrollen-Klischee, aber hey, nobody’s perfect). Jetzt ist er nicht mehr rot sondern grün und die ganze Familie findet, dass die Farbe viel besser ist als die alte. Eine neue Wickelunterlage haben die Großeltern geschenkt, ebenso das Mobile, das drüber hängt (gebastelt von der Oma, Glückskraniche)
    • Einen TrippTrapp (hält ja angeblich ein Leben lang) bekamen wir geschenkt, der ist also neu gekauft. Die Dinger sind aber so stabil, dass die auch Second Hand noch gut sein müssten.
    • Aufsatz für den TrippTrapp und eine Babywippe: konnten wir leihen. Verwenden wir aber kaum, da wir von der Physiotherapeutin unseres Vertrauens gelernt haben, dass das für den Babyrücken eh nicht so toll ist. Eher als Hilfsmittel für die Eltern zu sehen, wenn sie mal dringend die Hände frei haben müssen. Braucht man also nicht unbedingt – und vor allem braucht man die Sachen wieder nicht so lange (ca. 6 Monate), leihen lohnt sich!
    • Kinderbetten: Am Anfang hatten wir ein Babybay, das ist sehr praktisch weil man das Baby so nah hat, aber nicht im eigenen Bett. Gab es für uns Second Hand von Freunden. Über Ebay-Kleinanzeigen haben wir das Kinderbett, dass inzwischen das Babybay abgelöst hat, gefunden.
  • Spielzeug: wir bekamen einiges geschenkt, es gab viel noch im Keller der Großeltern, gekauft haben wir nichts. Uund nein, der Vorfreude auf das Baby hat es nicht geschadet nicht für sie nicht schoppen zu gehen, stattdessen waren mein Mann und ich in der Zeit öfter im Kino oder Essen und haben die zweisame Zeit genossen. Schöne Spielsachen für die ersten 9 Monate waren: Rassel, etwas das knistert, etwas aus Holz, etwas aus Stoff, ein Ball, evtl. etwas, das man an einer Kette über den Kinderwagen hängen kann (da hing aber auch schon eine von den Babymützen, einfach am Bändel umgedreht aufhängen, macht ein fantastisches Spielzeug!). Stofftier zum Greifen mit Rassel drin, ein Knister-Stoffbuch, ein Holz-Ring Spielzeug und ein O-Ball waren die vier Lieblingsteile meiner Tochter im ersten halben Jahr. Sie spielt eh am liebsten mit Alltagsgegenständen.
  • Spieluhr: Funktioniert für uns gut als Abendritual. Die Spieluhr, die ich selbst als Baby geschenkt bekommen hab, haben wir mit neuer Melodie aufgepeppt.
  • Krabbeldecke: selbstgenäht, mit Tier-Applikationen. Nä, wat war ich stolz auf dieses Meisterwerk 😉 Aber im Grunde braucht man die nicht unbedingt. Die bessere Rückmeldung zur Bewegung und dem eigenen Körper bekommen die Kinder eh auf hartem Boden. Im Grunde tut es aber auch jede andere kleine Decke, die hat dann auch direkt den Vorteil als Decke für unterwegs im Kinderwagen etc. zu dienen (wir haben da noch weitere Decken geschenkt bekommen/geerbt, die kommen zum Einsatz wenn wir unterwegs sind)
  • Mullwindeln/Spuktücher: gibt’s Second Hand oder ihr bekommt sie, wie wir, geschenkt. 6 Stück reichen uns
  • Babybadewanne: für uns sehr hilfreich, da wir im Bad nur eine Dusche haben. Geerbt.

Ihr habt nicht das Glück so viel von Freunden und Familie erben zu können? Überlegt euch was ihr wirklich braucht und macht eine Wunschliste. Es gibt so viele Leute, die euch gern etwas schenken wollen werden. Und am liebsten etwas, dass ihr auch brauchen könnt. Am besten rechtzeitig kommunizieren, sonst bekommt ihr, wie wir, 3 weitere Spieluhren die ihr gar nicht haben wollt weil ihr schon eine habt…

Liste von Baby-Zubehör, das für uns wirklich praktisch ist
  • Trage(tuch)
  • Kinderwagen: kann man auch gut leihen! Wenn man eh langfristig mit Fahrrad-Anhänger unterwegs ist, dann muss man nur ca. 6-9 Monate einen Wagen mit Babyschale haben und danach ist Buggy-fahren im Rad-Anhänger angesagt
  • Fahrrad-Anhänger
  • Wickeltisch + Auflage (man kann natürlich auch einfach auf dem Boden wickeln, wenn‘s der eigenen Rücken/die Gelenkigkeit zulässt 😉 )
  • Babybett
  • Hochstuhl
  • Mullwindeln/Spuktücher, 6 Stück
  • Spieluhr
  • ein paar Spielsachen
  • ggf. (Krabbel-) Decke o.ä.
  • ggf. Autositz
  • ggf. Stoffwindeln & Töpfchen  –  dazu mehr in einem separaten Artikel

Was sind eure Erfahrungen? Worauf möchtet ihr nicht mehr verzichten? Was klang im Vorfeld hilfreich, war aber total unnötig? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Was zieh ich an?

Was zieh ich an?

Fangen wir an: Hier ist eine Liste von Kleidung, die ich für das Baby wirklich sinnvoll finde. Und vorweg kann ich sagen, das sind viel weniger Teile als ich anfangs gedacht hätte. Ich habe tatsächlich kein einziges Kleidungsstück für meine Tochter gekauft, auch das hätte ich vorher nicht gedacht. Das ein oder andere Teil habe ich genäht, ansonsten haben wir mehr geerbt, als ich meiner Tochter anziehen kann. Da haben wir natürlich Glück, nicht alle sind in dieser luxuriösen Situation. Aber Second Hand Läden und Flohmärkte für Kindersachen gibt es wie Sand am Meer. Es ist eh besser für die Kleinen keine neue Kleidung zu nehmen, dann sind die Schadstoffe aus der Kleidung nämlich schon rausgewaschen. Günstiger ist es übrigens auch 😉 Die Liste mit Baby-Kleidung als Erstausstattung entspricht den Teilen, mit der wir drei Wochen Sommer-Urlaub bestritten haben (2x waschen unterwegs). Das ist sicher ein guter Richtwert. Body+Hose ist übrigens eine ganz tolle, ausreichende Kombination. Mehr anziehen als nötig finden die meisten Babys eh blöd 😉

Erstausstattung
  • für ein Sommerkind
    • Bodies, Langarm: 5
    • Body, Kurzarm: 1
    • Socken: 2 Paar
    • Jacken: 2, eine dünnere, eine dickere
    • Hosen: 3 (2 davon mit Füßen – sehr praktisch weil man keine Socken braucht, allerdings wachsen die Kinder da aber schneller aus einer Größe raus)
    • Mützen: 2
    • Halstücher: 2
    • Ganzkörper-Fleece-Anzug: 1
    • Schlafanzüge (Ganzkörper): 2
    • Schlafsäcke: 2 (es ist ganz praktisch einen zweiten zu haben falls man mal waschen muss…)
  • zusätzlich für ein Winterkind:
    • Strumpfhosen: 2-3 Paar
    • Pullover/Langarmshirts: 3
  • zusätzlich für Frühlings-/Herbstkinder:
    • andere Verteilung der Bodies: 3 Kurzarm, 3 Langarm
    • und ebenso wie für die Winterkinder 2-3 Pullover/Langarmshirts oder einfach eine Strickjacke mehr als in der Sommerkinder-Liste
Alles rund ums Baby – oder brauchen wir da nicht unglaublich viele neue Sachen?

Alles rund ums Baby – oder brauchen wir da nicht unglaublich viele neue Sachen?

Eine häufige Reaktion auf die Ankündigung ein Kind zu bekommen war: „Oh, wie schön! Dann kannst du jetzt ja so viele süße Kindersachen kaufen!“ Das hat mich doch überrascht. Ja, es gibt mit Sicherheit viele Sachen, die das Leben mit Baby leichter machen und unfassbar niedlich sind. Und ja, es muss auch was anziehen. Aber so unglaublich viele Dinge für so ein kleines Wesen wollten wir eigentlich nicht anhäufen. Denn wie alle Eltern wollen mein Mann und ich unserem Kind unsere Werte vermitteln, in dem Fall Wertschätzung von Menschen statt Dingen, Umweltbewusstsein, DIY, Minimalismus.

Allerdings findet man überall Berichte zu den tollen Hilfsmitteln, ohne die heute kein Kind mehr aufwachsen kann oder sollte. Und im Rausch des Verliebstseins mit dem Baby möchte ich natürlich der Kleinen ja alles bieten, damit es ihr gut geht. Gerade was den Umgang mit Kindern angeht, gibt es in meiner Umgebung viele absolute Meinungen dazu, was man unbedingt (nicht) machen sollte. Gar nicht so einfach da die Balance und den eigenen Weg zu finden. Hier in dieser Kategorie findet ihr Erfahrungs-Berichte über unseren Versuch, mit wenigen Dingen fürs Kind auszukommen.

Unsere Gründe für diesen minimalstischen Ansatz:

  • Der Fokus liegt auf der gemeinsam verbrachten Zeit
  • Ressourcen werden gespart: alles was ich nicht kaufe, muss nicht produziert, verpackt und transportiert werden.
  • Spart Geld
  • Weniger Zeug in der Wohnung, das Chaos verbreiten kann und somit nervt/aufgeräumt/gepflegt werden will = spart Zeit, schafft Klarheit und Ordnung
  • Weniger Gegenstände zu besitzen, die unter zweifelhaften Bedingungen für andere Menschen/die Umwelt produziert wurden machen mein „grünes/faires Gewissen“ glücklich
  • Schadstoffe sind aus der Kleidung schon ausgewaschen bzw. es werden insgesamt weniger Schadstoffe in Umlauf gebracht (schützt uns und die Arbeiter bei der Herstellung und die Umwelt hier und dort). Nachzulesen: [1] [2] [3]
  • Man lernt flexibel zu sein und kann jederzeit mit dem Baby auch unterwegs sein, ohne, dass man in Panik verfällt, weil das ultimative Riesen-Spielzeug, der unglaublich praktische Hochstuhl oder, oder … nicht dabei sein können. Meiner Erfahrung nach ist es immer leichter sich nie an etwas gewöhnt zu haben als es dann wieder loszuwerden.
  • Dem Baby ist es eh egal, solange Papa & Mama da sind, es regelmäßig Schlaf und Essen bekommt und es dabei bequem, warm und trocken ist.
  • Die meisten Sachen fürs Baby braucht man nur kurz, denn ja, sie werden so schnell groß. Daher ist es einfach die Sachen auch gebraucht in bestem Zustand zu kaufen/leihen. Und der, der es verleiht freut sich, dass es nicht blöd im Weg rumsteht und Platz wegnimmt.

Was sind eure Ideen zum Leben mit (kleinen) Kindern, eure Erfahrungen, was man braucht, oder eben nicht? Ich freue mich zu lesen, wie ihr das so macht!

Wasser

Wasser

Habt ihr euch schon mal gefragt, warum wir eigentlich Mineral-Wasser/Soft-Drinks/Saft in Flaschen oder Tetrapacks kaufen? Man macht das irgendwie so, im Zweifel für den Besuch, dem man etwas Ordentliches anbieten möchte. Erst nachdem ich mir abgewöhnt hatte Sprudelwasser zu trinken und für mich selbst immer den Wasserhahn aufdrehe, fiel mir auf, was für eine unglaublich sinnlose Angelegenheit diese Getränke sind. Bleiben wir der Einfachheit halber mal beim Wasser. Das wird abgefüllt, mit LKWs quer durchs Land (oder auch länderweit, warum kann man bei uns italienisches Wasser und in den USA Gerolsteiner Sprudel kaufen?) gefahren, im Supermarkt gestapelt von wo aus es mühsam heimgeschleppt oder noch öfter mit dem PKW heimgefahren wird. Dabei hat jeder von uns zuhause eine Wasserleitung liegen. Und anders als in einigen anderen Ländern dieser Welt haben wir den unglaublichen Luxus, dass diese Wasserleitung bequem zu erreichen ist und das Trinkwasser höchste Qualität hat.

Und was ist jetzt mit dem Besuch, der das doch irgendwie gewöhnt ist? Wir hatten anfangs noch immer eine Kiste Sprudelwasser für den Besuch da, aber haben dann festgestellt, dass das auch nicht nötig ist. Unsere Freunde und Familie kommen auch vorbei, wenn sie nur Leitungswasser bekommen. Das man übrigens für den Besuch mit einer Scheibe Zitrone oder einem Blatt Minze super aufpeppen kann. Sieht auch hübsch aus in einer Glaskaraffe. Tee gibt’s bei uns auch immer. Da kann man jetzt streiten wie nachhaltig es ist, dass der aus Indien/China etc. eingeführt wird. Klar ist es noch besser einfach nur Wasser zu trinken. Aber wenn es denn mal etwas anderes sein soll, ist Tee eine gute Option. Ich persönlich kann Tee ja, anders als Kaffee, auch ganz wunderbar ohne Milch trinken, was die Klimabilanz direkt positiv beeinflusst. Loser (Bio)Tee aus dem Teeladen schmeckt zum einen besser, macht zum anderen Eindruck auf den Besuch, wenn der sich aus einer großen Sammlung hübscher Teedosen die beste Sorte aussuchen darf und spart Verpackungsmüll, vor allem wenn man mit den Dosen zum Laden geht und der Tee dort direkt eingefüllt wird. Ist übrigens auch billiger als der Beuteltee aus dem Supermarkt, umgerechnet aufs Gewicht. Und einige Sorte Tee aus Deutschland (z.B. bei Kräutergarten Pommerland, Mutter Erde) oder England  (Tregothnan) gibt es auch.

Ach ja, noch ein Wort zu soft drinks und Saft: die sind eh voller Zucker, demnach nicht (übermäßig) gesund. Lecker fand ich die auch nur, bevor ich angefangen habe meinen Zuckerkonsum einzuschränken. Und macht sich gut als Luxus, den ich mir gern mal leiste wenn ich im Café sitze und da nicht nur Leitungswasser trinken mag. Das Café will ja immerhin auch was verkaufen, der Leitungswasser trinkende Gast ist da natürlich verständlicherweise nicht so beliebt 😉