Kategorie: Wohnen

Helfer für den Alltag

Helfer für den Alltag

Zugegeben, es ist auch gar nicht einfach als Ersteltern den Überblick im Dschungel von Angeboten speziell fürs Baby den Überblick zu behalten. Eine einfache Regel dazu ist aber: man braucht viel weniger als man so denkt! Hier möchte ich mit euch eine kurze Liste von Dingen teilen, die uns das Leben wirklich leichter machen und euch erzählen wie wir selbige in unseren Haushalt bekommen haben. Ihr werdet beim Lesen feststellen, dass ihr das Meiste wunderbar Second Hand erwerben oder von Freunden & Familie leihen oder erben könnt; gerade die Sachen fürs Baby braucht man nur kurze Zeit und sie sind danach fast wie neu, auch in 5. Generation 😉

  • Transport: Geschenkt bekommen haben wir uns ein elastisches Tragetuch (heißgeliebt) und einen Fahrrad-Anhänger (da wir kein Auto haben, eine wichtige Transport-Option), der Kinderwagen ist von Freunden geliehen. Wir dachten erst, dass wir nur mit dem Rad-Anhänger auskommen (also ganz ohne Kinderwagen), müssen aber zugeben, dass es schon gut ist, dass die Kleine am Anfang einen Wagen hatte, in dem sie richtig liegen konnte. Ist auch besser für ihren Rücken. Eine Manduca Trage haben wir für die Zeit nach dem elastischen Tragetuch (geht nur bis ca. 9 kg  und für mich war es ab ca. 7 kg schon nicht mehr bequem) Second Hand gekauft.
  • Möbel:
    • Wickeltisch: ein Familien-Erbstück. Bekam neue Seitenwände (mein Mann hatte Spaß beim Sägen und Anschrauben) und eine neue Lackschicht (ich hatte Spaß beim Anmalen, ja ist sehr Geschlechterrollen-Klischee, aber hey, nobody’s perfect). Jetzt ist er nicht mehr rot sondern grün und die ganze Familie findet, dass die Farbe viel besser ist als die alte. Eine neue Wickelunterlage haben die Großeltern geschenkt, ebenso das Mobile, das drüber hängt (gebastelt von der Oma, Glückskraniche)
    • Einen TrippTrapp (hält ja angeblich ein Leben lang) bekamen wir geschenkt, der ist also neu gekauft. Die Dinger sind aber so stabil, dass die auch Second Hand noch gut sein müssten.
    • Aufsatz für den TrippTrapp und eine Babywippe: konnten wir leihen. Verwenden wir aber kaum, da wir von der Physiotherapeutin unseres Vertrauens gelernt haben, dass das für den Babyrücken eh nicht so toll ist. Eher als Hilfsmittel für die Eltern zu sehen, wenn sie mal dringend die Hände frei haben müssen. Braucht man also nicht unbedingt – und vor allem braucht man die Sachen wieder nicht so lange (ca. 6 Monate), leihen lohnt sich!
    • Kinderbetten: Am Anfang hatten wir ein Babybay, das ist sehr praktisch weil man das Baby so nah hat, aber nicht im eigenen Bett. Gab es für uns Second Hand von Freunden. Über Ebay-Kleinanzeigen haben wir das Kinderbett, dass inzwischen das Babybay abgelöst hat, gefunden.
  • Spielzeug: wir bekamen einiges geschenkt, es gab viel noch im Keller der Großeltern, gekauft haben wir nichts. Uund nein, der Vorfreude auf das Baby hat es nicht geschadet nicht für sie nicht schoppen zu gehen, stattdessen waren mein Mann und ich in der Zeit öfter im Kino oder Essen und haben die zweisame Zeit genossen. Schöne Spielsachen für die ersten 9 Monate waren: Rassel, etwas das knistert, etwas aus Holz, etwas aus Stoff, ein Ball, evtl. etwas, das man an einer Kette über den Kinderwagen hängen kann (da hing aber auch schon eine von den Babymützen, einfach am Bändel umgedreht aufhängen, macht ein fantastisches Spielzeug!). Stofftier zum Greifen mit Rassel drin, ein Knister-Stoffbuch, ein Holz-Ring Spielzeug und ein O-Ball waren die vier Lieblingsteile meiner Tochter im ersten halben Jahr. Sie spielt eh am liebsten mit Alltagsgegenständen.
  • Spieluhr: Funktioniert für uns gut als Abendritual. Die Spieluhr, die ich selbst als Baby geschenkt bekommen hab, haben wir mit neuer Melodie aufgepeppt.
  • Krabbeldecke: selbstgenäht, mit Tier-Applikationen. Nä, wat war ich stolz auf dieses Meisterwerk 😉 Aber im Grunde braucht man die nicht unbedingt. Die bessere Rückmeldung zur Bewegung und dem eigenen Körper bekommen die Kinder eh auf hartem Boden. Im Grunde tut es aber auch jede andere kleine Decke, die hat dann auch direkt den Vorteil als Decke für unterwegs im Kinderwagen etc. zu dienen (wir haben da noch weitere Decken geschenkt bekommen/geerbt, die kommen zum Einsatz wenn wir unterwegs sind)
  • Mullwindeln/Spuktücher: gibt’s Second Hand oder ihr bekommt sie, wie wir, geschenkt. 6 Stück reichen uns
  • Babybadewanne: für uns sehr hilfreich, da wir im Bad nur eine Dusche haben. Geerbt.

Ihr habt nicht das Glück so viel von Freunden und Familie erben zu können? Überlegt euch was ihr wirklich braucht und macht eine Wunschliste. Es gibt so viele Leute, die euch gern etwas schenken wollen werden. Und am liebsten etwas, dass ihr auch brauchen könnt. Am besten rechtzeitig kommunizieren, sonst bekommt ihr, wie wir, 3 weitere Spieluhren die ihr gar nicht haben wollt weil ihr schon eine habt…

Liste von Baby-Zubehör, das für uns wirklich praktisch ist
  • Trage(tuch)
  • Kinderwagen: kann man auch gut leihen! Wenn man eh langfristig mit Fahrrad-Anhänger unterwegs ist, dann muss man nur ca. 6-9 Monate einen Wagen mit Babyschale haben und danach ist Buggy-fahren im Rad-Anhänger angesagt
  • Fahrrad-Anhänger
  • Wickeltisch + Auflage (man kann natürlich auch einfach auf dem Boden wickeln, wenn‘s der eigenen Rücken/die Gelenkigkeit zulässt 😉 )
  • Babybett
  • Hochstuhl
  • Mullwindeln/Spuktücher, 6 Stück
  • Spieluhr
  • ein paar Spielsachen
  • ggf. (Krabbel-) Decke o.ä.
  • ggf. Autositz
  • ggf. Stoffwindeln & Töpfchen  –  dazu mehr in einem separaten Artikel

Was sind eure Erfahrungen? Worauf möchtet ihr nicht mehr verzichten? Was klang im Vorfeld hilfreich, war aber total unnötig? Ich freue mich auf eure Kommentare!

einfache Veränderungen: Teil 5 – Energie

einfache Veränderungen: Teil 5 – Energie

Energie sparen und erneuerbare Energien nutzen ist ja nicht nur seit der Energiewende in aller Munde. So einfach gehts:

  1. Ökostrom beziehen, der Wechsel ist gar nicht so schwer. Aber Achtung, nicht alles was öko heißt ist auch vollständig aus erneuerbaren Energien. Einen guten Überblick gibt es hier
  2. Ferngesteuerte Steckdosen anschaffen: Wenn man weiß, wo die Fernbedienung liegt, kann man mit einem Klick Licht an und aus machen, gilt natürlich auch für alle anderen Elektorgeräte, die sonst im Standby Strom verbrauchen würden. So muss man nicht mühsam alles einzeln ausschalten, und kann nebenbei noch den Besuch beeindrucken (falls der noch schmollt wegen des fehlenden Mineralwassers 😉 )
  3. Spülmaschine nutzen statt per Hand spülen – das ist doch mal eine super Nachricht 🙂

 

Für Fortgeschrittene:

  1. Geräte die kaputt gehen nur ersetzen, wenn ihr wirklich nicht auf sie verzichten könnt. Braucht ihr wirklich einen Fernseher wenn ihr eh einen Laptop habt?
  2. Beim Neukauf von Geräten wie z.B. Kühlschrank auf die Energieeffizienz achten. Ich habe selber festgestellt, dass der neue Kühlschrank mit guter Energiestufe vielleicht etwas teuer war, aber bei der Stromrechnung hatten wir das schnell wieder raus.
  3. Abschalten: Mehr Zeit mit Freunden, in der Natur oder beim Sport verbringen statt vor Computer, Handy oder Tablett zu sitzen.
einfache Veränderungen: Teil 3 – Konsum

einfache Veränderungen: Teil 3 – Konsum

Konsum einschränken! Das klingt schon sehr nach Verzicht, nicht wahr? Aber nur auf den ersten Blick. Denn es schaft Raum für Achtsamkeit auf eure wahren Bedürfnisse und Beziehungen zu den Menschen, die euch wichtig sind. Außerdem spart ihr jede Menge Geld und somit Zeit, denn ihr müsst weniger verdienen und daher weniger arbeiten. Wenn das nicht glücklich macht! Konsum soll uns helfen, wenn wir uns nach Zugehörigkeit, Anerkennung und Identität sehnen. Werte, die mit Besitz von Dingen allerdings sehr wenig zu tun haben. Wenn ihr also Konsum meidet könnt ihr euch wahrhaftig damit außeinandersetzen, wie ihr SEIN möchtet, nicht was ihr besitzen wollt.

Hier also 4 Tipps zur Reduktion von Konsum:

  1. Eine Anschaffungsliste haben, so dass Frust-/Langeweile-/Verkaufsoffener Sonntag-Einkaufen wegfällt oder ihr zumindest etwas kauft, was ihr wirklich braucht
  2. Bücherei-Ausweis anschaffen: Bücher, (Video)Spiele, DVDs, Musik, e-Books bekommt ihr hier
  3. Zeit statt Zeug schenken. Sind nicht Erinnerungen an gemeinsam verbrachte Zeit das, was wirklich glücklich macht?
  4. Second Hand (ver)kaufen: gilt für Kleidung, Möbel, Spielzeug… hm, eigentlich fast alles

Für Fortgeschrittene:

  1. Fragt euch vor jedem Einkauf: brauche ich das wirklich? Macht mich das glücklich?
  2. Hochwertige und nachhaltig produzierte Produkte kaufen. Sind etwas teurer, halten dafür aber länger und die Versuchung viel zu kaufen ist durch den Preis geringer
  3. Ausmisten: alles was ihr nicht wirklich braucht wieder unters Volk bringen. Jemand anderes freut sich und muss es nicht neu kaufen
  4. Tauschen und teilen, z.B. über Nachbarschaftsportale, Flohmärkte, Ebay Kleinanzeigen
Was bringt’s?

Was bringt’s?

Aber das bringt doch eh nichts…

…wer hat das noch nicht gedacht zum Thema Nachhaltigkeit. Selber das eigene Leben etwas umstellen um Ressourcen und CO2 zu sparen klingt so anstrengend. Scheinbar macht es ja sonst keiner und bringt es wirklich so viel, weniger Fleisch zu essen, den Zug zu nehmen statt das Flugzeug, aufs Rad zu steigen statt sich ins Auto zu setzen?

Hier könnt ihr es ausrechen: http://ressourcen-rechner.de

Lohnt es, den Alltag auf nachhaltiges Verhalten umzustellen?

Mich hat natürlich auch interessiert, ob die Bemühungen von meinem Mann und mir nachhaltiger zu leben erfolgreich sind. Aber fangen wir am Anfang an. 2012 waren wir auf Hochzeitsreise in der Antarktis. Dieser Urlaub war natürlich nicht besonders nachhaltig: langer Flug, Rundreise auf einem Schiff. Immerhin müssen die Anbieter dieser Reisen vor Ort sehr strenge Umweltschutz-Richtlinien einhalten, damit die Tiere nicht gestört werden. Und mit uns hat die Reise auch etwas gemacht. Wir waren immer schon offen für Umweltschutz und Nachhaltigkeit, fuhren viel Rad und hatten mit Absicht kein eigenes Auto. Aber in vielen Lebensbereichen waren wir doch noch recht verschwenderisch oder gedankenlos unterwegs. Um ein Beispiel zu nennen: uns war schon klar, dass Ökostrom sinnvoll ist, aber die Faulheit hatte verhindert, dass wir die Umstellung gemacht hatten. Dabei ist der Aufwand den Stromanbieter zu wechseln natürlich vergleichsweise gering. Weiß man aber nicht, wenn man das noch nie gemacht hat und so hat lange Zeit der Schweinehund gewonnen, der sagte: oh, das ist so kompliziert dich drum zu kümmern, kannst du morgen immer noch machen.

Die Reise hat uns die Schönheit und Verletzlichkeit der Natur näher gebracht und einen Prozess angestoßen, in dem wir angefangen haben, Schritt für Schritt unser Leben danach zu beleuchten, wie ressourcen-schonend, oder eben nicht es ist.

Startpunkt 2012

31,8 Tonnen Rohstoffe war unser Ressourcen-Verbrauch im Jahr 2012:

Schon gar nicht so schlecht, unter dem Durchschnittsverbrauch. Aber doch ein hoher Verbrauch im Bereich Reise, Mobilität und Wohnen.

Messpunkt 2017

Wie ist der aktuelle Stand? 2017 sind wir nur noch bei 19,7 Tonnen!

Wir kommen mit ca. 60% der Ressourcen aus, die wir noch vor 5 Jahren gebraucht haben. Und subjektiv fühlt es sich so an, als wäre unser Lebensstandard in der Zeit gestiegen. Wir kochen viel öfter mit frischem Bioobst und –gemüse, haben immer noch tolle Hobbies, machen schöne Reisen, treffen Freunden und haben ein super Familienleben dazu gewonnen.

Wie konnten wir sparen?

Wohnen

Die Umstellung auf Ökostrom spart uns ganze 4 von 10 Tonnen. Der kleine Aufwand den Stromanbieter zu wechseln hat also richtig was gebracht! Das wir nebenbei den Stromverbrauch insgesamt gesenkt haben (um 800 kWh durch neuen Kühlschrank, weil der alte kaputt war; schaltbare Steckdosen, die Standby der Geräte verhindern; weniger technische Geräte im Haus) spart auch nochmal ein bisschen. Beim Heizen haben wir etwas gespart, aber da ist noch Potential fürs nächste Jahr.

Konsum

Der machte eh nicht den Löwenanteil bei uns, da wir unsere Möbel, technischen Geräte eh oft schon Second Hand gekauft haben. Aber im Bereich neuer Kleidung spare ich inzwischen einiges ein.

Ernährung

Früher hatten wir Mineralwasser für Gäste da, das gibt‘s heute nicht mehr. Außerdem wurde ein Teil der Milch durch Pflanzenmilch ersetzt, Fleisch gibt’s nur noch ganz selten. Dafür viel frisches Biogemüse und -obst. Lecker 🙂 Da haben wir ca. 1 Tonne eingespart

Mobilität

Leider hat sich mein Arbeitsweg verlängert und ich fahre nun Zug statt Rad. Dadurch hat sich hier nicht so viel getan. Aber wir fahren noch seltener Auto als früher. 2012 haben wir uns auch öfter mal den Wagen unserer Eltern geliehen. Das haben wir durch Carsharing ersetzt und nutzen es nur noch, wenn es wirklich nicht anders geht.

Reisen

Ganz klar, Flugreisen machen viel aus! Wir konnte unseren Verbrauch fast halbieren, und das, obwohl wir 2017 drei Wochen im Camper verbracht haben, und dabei doch einiges an Strecke zurückgelegt haben. Auch mit dem Zug waren wir weit unterwegs (England, Italien, Polen), haben aber oft bei Freunden und Familie übernachtet. Nicht nur preiswerter, sondern auch nachhaltiger als im Hotel. Und viel netter!

 

Wir haben festgestellt, die kleinen Änderungen machen eine Menge aus. Daher einfach anfangen! Am besten dort, wo ihr schnelle Erfolge seht (Ökostrom) oder euch aus anderen Gründen eh umstellen wolltet (Ernhährung ist da ein gutes Beispiel) oder sich der „Verzicht“ nicht so harsch anfühlt. Einfach mal machen und drüber reden! Das inspiriert andere und ihr seid nicht mehr allein 🙂