Kategorie: Reisen

„Die Hölle am Himmel“

„Die Hölle am Himmel“

Liebe Leute,

in der aktuellen Zeit gibt es ein wirklich interessantes Dossier zum Thema Flugreisen und auch ein spannendes Interview

Ich möchte euch mit ein paar Zitaten Lust auf die Lektüre machen:

„Es gibt tatsächlich eine Generation, die mit Ryanair und Easyjet groß geworden ist. Die wird begreifen müssen, dass sie eine unglaubliche Ausnahmesituation erlebt hat – die zu sehr auf Kosten der Umwelt geht. Diese Leute müssen ihr Verhalten ändern – aber dazu sind Menschen durchaus in der Lage. Es wird ihnen allerdings leichterfallen, wenn es Alternativen gibt. Wenn beispielsweise die Bahnstrecken endlich ordentlich ausgebaut werden. In ganz Europa. Bisher gilt die Bahn bis zu 500 Kilometern als das beste und komfortabelste Verkehrsmittel. Diesen Radius müssen wir ausweiten.“

„Fliegen ist nur deshalb so erschwinglich, weil der Staat es unterstützt. Weil er die Schäden ignoriert, die das Fliegen anrichtet. Denn Flughäfen bringen Wirtschaftswachstum, Jobs, Tourismus, Messegäste. Flughäfen machen Städte attraktiv. “

„Womöglich würde sich das Fliegen dann in das zurückverwandeln, was es einmal war: in eine Möglichkeit, weit entfernte Länder, andere Kontinente zu entdecken, nicht Düsseldorf. Das wäre zwar nicht die Lösung. Aber es wäre ein sehr guter Anfang. “

 

Ja, es ist möglich innerhalb Deutschlands und Europas mit der Bahn zu fahren, auch wenn die Strecken etwas länger sind. In den letzten Jahren habe ich das so gemacht. Es kostet etwas mehr Zeit, das stimmt. Aber es ermöglicht wundervolle Zwischenstopps. Die Reise nach Rom hätte ich sonst sicher nicht mit einem Besuch bei Freunden im Tessin oder einem Abstecher nach Florenz verbunden. Nach London fahre ich nur noch mit dem Zug, das ist einfach so viel entspannter als mit dem Flugzeug (der Weg von den Flughäfen in die Londoner Innenstadt ist einfach nicht besonders kurz oder günstig und mit dem Bus bei Berufsverkehr echt einfach nur anstrengend!). Auch Paris oder Brüssel sind super angebunden ans deutsche Streckennetz. In der Schweiz ist Zugfahren einfach wundervoll, die Bahnen sind super pünktlich, weil die Fahrpläne nicht so eng getaktet sind und die Aussicht auf die Berge ist einfach fantastisch.

Was meint ihr? Wäre eure nächste Reise auch mit der Bahn statt mit dem Flugzeug möglich?

einfache Veränderungen: Teil 2 – Mobilität

einfache Veränderungen: Teil 2 – Mobilität

Weiter gehts mit 3 einfachen Tipps zur Mobilität, natürlich wieder alltagstauglich, gesund, nachhaltig und zum Geld sparen.

  1. Zu Fuß gehen und Rad fahren: entschleunigt, denn man braucht etwas mehr Zeit, aber man hat auch direkt Bewegung an der frischen Luft und muss nicht auf dem Laufband im Fitness-Studio schwitzen 😉
  2. Treppe statt Aufzug nehmen, macht fit
  3. Abo für den öffentlichen Nahverkehr anschaffen. Was man hat, nutzt man auch. Wenn das alle täten gäbe es in den Städten auch weniger Stau!

Für Fortgeschrittene:

  1. Auto verkaufen: Wenn man kein eigenes Auto hat spart man echt viel Geld, dafür kann man viel Taxi/Car-Sharing Auto/Zug fahren und sich dabei sehr dekadent fühlen 🙂
  2. Fahrrad-Korb oder -Taschen anschaffen: damit kann man den Wocheneinkauf für zwei bis drei Personen auf jeden Fall locker erledigen.
  3. Mit dem Zug in den Urlaub statt fliegen: der Weg ist das Ziel, warum nicht Freunde besuchen und dort einen Stop einlegen? Oder in einer Stadt, die ihr immer schon mal sehen wolltet?
Was bringt’s?

Was bringt’s?

Aber das bringt doch eh nichts…

…wer hat das noch nicht gedacht zum Thema Nachhaltigkeit. Selber das eigene Leben etwas umstellen um Ressourcen und CO2 zu sparen klingt so anstrengend. Scheinbar macht es ja sonst keiner und bringt es wirklich so viel, weniger Fleisch zu essen, den Zug zu nehmen statt das Flugzeug, aufs Rad zu steigen statt sich ins Auto zu setzen?

Hier könnt ihr es ausrechen: http://ressourcen-rechner.de

Lohnt es, den Alltag auf nachhaltiges Verhalten umzustellen?

Mich hat natürlich auch interessiert, ob die Bemühungen von meinem Mann und mir nachhaltiger zu leben erfolgreich sind. Aber fangen wir am Anfang an. 2012 waren wir auf Hochzeitsreise in der Antarktis. Dieser Urlaub war natürlich nicht besonders nachhaltig: langer Flug, Rundreise auf einem Schiff. Immerhin müssen die Anbieter dieser Reisen vor Ort sehr strenge Umweltschutz-Richtlinien einhalten, damit die Tiere nicht gestört werden. Und mit uns hat die Reise auch etwas gemacht. Wir waren immer schon offen für Umweltschutz und Nachhaltigkeit, fuhren viel Rad und hatten mit Absicht kein eigenes Auto. Aber in vielen Lebensbereichen waren wir doch noch recht verschwenderisch oder gedankenlos unterwegs. Um ein Beispiel zu nennen: uns war schon klar, dass Ökostrom sinnvoll ist, aber die Faulheit hatte verhindert, dass wir die Umstellung gemacht hatten. Dabei ist der Aufwand den Stromanbieter zu wechseln natürlich vergleichsweise gering. Weiß man aber nicht, wenn man das noch nie gemacht hat und so hat lange Zeit der Schweinehund gewonnen, der sagte: oh, das ist so kompliziert dich drum zu kümmern, kannst du morgen immer noch machen.

Die Reise hat uns die Schönheit und Verletzlichkeit der Natur näher gebracht und einen Prozess angestoßen, in dem wir angefangen haben, Schritt für Schritt unser Leben danach zu beleuchten, wie ressourcen-schonend, oder eben nicht es ist.

Startpunkt 2012

31,8 Tonnen Rohstoffe war unser Ressourcen-Verbrauch im Jahr 2012:

Schon gar nicht so schlecht, unter dem Durchschnittsverbrauch. Aber doch ein hoher Verbrauch im Bereich Reise, Mobilität und Wohnen.

Messpunkt 2017

Wie ist der aktuelle Stand? 2017 sind wir nur noch bei 19,7 Tonnen!

Wir kommen mit ca. 60% der Ressourcen aus, die wir noch vor 5 Jahren gebraucht haben. Und subjektiv fühlt es sich so an, als wäre unser Lebensstandard in der Zeit gestiegen. Wir kochen viel öfter mit frischem Bioobst und –gemüse, haben immer noch tolle Hobbies, machen schöne Reisen, treffen Freunden und haben ein super Familienleben dazu gewonnen.

Wie konnten wir sparen?

Wohnen

Die Umstellung auf Ökostrom spart uns ganze 4 von 10 Tonnen. Der kleine Aufwand den Stromanbieter zu wechseln hat also richtig was gebracht! Das wir nebenbei den Stromverbrauch insgesamt gesenkt haben (um 800 kWh durch neuen Kühlschrank, weil der alte kaputt war; schaltbare Steckdosen, die Standby der Geräte verhindern; weniger technische Geräte im Haus) spart auch nochmal ein bisschen. Beim Heizen haben wir etwas gespart, aber da ist noch Potential fürs nächste Jahr.

Konsum

Der machte eh nicht den Löwenanteil bei uns, da wir unsere Möbel, technischen Geräte eh oft schon Second Hand gekauft haben. Aber im Bereich neuer Kleidung spare ich inzwischen einiges ein.

Ernährung

Früher hatten wir Mineralwasser für Gäste da, das gibt‘s heute nicht mehr. Außerdem wurde ein Teil der Milch durch Pflanzenmilch ersetzt, Fleisch gibt’s nur noch ganz selten. Dafür viel frisches Biogemüse und -obst. Lecker 🙂 Da haben wir ca. 1 Tonne eingespart

Mobilität

Leider hat sich mein Arbeitsweg verlängert und ich fahre nun Zug statt Rad. Dadurch hat sich hier nicht so viel getan. Aber wir fahren noch seltener Auto als früher. 2012 haben wir uns auch öfter mal den Wagen unserer Eltern geliehen. Das haben wir durch Carsharing ersetzt und nutzen es nur noch, wenn es wirklich nicht anders geht.

Reisen

Ganz klar, Flugreisen machen viel aus! Wir konnte unseren Verbrauch fast halbieren, und das, obwohl wir 2017 drei Wochen im Camper verbracht haben, und dabei doch einiges an Strecke zurückgelegt haben. Auch mit dem Zug waren wir weit unterwegs (England, Italien, Polen), haben aber oft bei Freunden und Familie übernachtet. Nicht nur preiswerter, sondern auch nachhaltiger als im Hotel. Und viel netter!

 

Wir haben festgestellt, die kleinen Änderungen machen eine Menge aus. Daher einfach anfangen! Am besten dort, wo ihr schnelle Erfolge seht (Ökostrom) oder euch aus anderen Gründen eh umstellen wolltet (Ernhährung ist da ein gutes Beispiel) oder sich der „Verzicht“ nicht so harsch anfühlt. Einfach mal machen und drüber reden! Das inspiriert andere und ihr seid nicht mehr allein 🙂