Kategorie: Konsum

einfache Veränderungen

einfache Veränderungen

Besser leben und dabei sogar etwas für die Umwelt tun

Habt ihr euch auch schon öfter gefragt, wie ihr mehr Zeit für eure Freunde und Familie haben könntet, mehr Sport treibt, euch gesünder ernährt und … Und gleichzeitig auch noch etwas Gutes für die Umwelt tun könnt? Denn sind wir mal ganz ehrlich, wir wissen doch, dass unser aktueller Lebensstil nicht dazu geeignet ist unsere Erde für unsere Kinder und Enkel in einem guten Zustand zu erhalten. Aber wir ändern trotzdem nichts, es scheitert an… ja an was eigentlich? Bequemlichkeit? „Das haben wir immer schon so gemacht“-Mentalität? Die anderen helfen ja auch nicht mit, warum sollte ich mich zuerst bewegen? Ich kann das nicht so toll umsetzen wie die Menschen, die fantastische Blogs schreiben (z.B. Wastelandrebel oder Projekt: Gesund Leben), da brauch ich gar nicht anfangen? Ich hab keine Zeit? Oder folgen wir einfach gesellschaftlichen Normen, ohne weiter drüber nachzudenken?

Habt ihr Lust zu sehen, ob es nicht vielleicht doch anders geht? Und da Änderungen im Verhalten etwas Zeit und Mühe brauchen, haben wir hier die einfachsten Tipps gesammelt. Es ist gar nicht so anstrengend wie es klingt, versprochen! Und auch wenn ihr nur einen kleinen Teil davon umsetzt, jeder kleine Beitrag ist viel besser als gar nichts zu tun!

Viele gute Gründe

Meiner Erfahrung nach hilft es besonders, wenn man für ein neues Verhalten mehr als einen guten Grund finden kann. Also z.B. der Vorsatz keine Schokoladenkekse zu essen. Das ist sinnvoll, weil es

  1. Müll reduziert, z.B. im Verlgeich zu unverpacktem Obst
  2. Die Schokolade nicht von der Elfenbeikünste transportiert werden musste und CO2 gespart wird
  3. Konventionelle Schokolade wird eh unter extrem schlechten Bedingungen für die Arbeiter produziert, da lohnt sich ein Wechsel auf faire Produkte, wenn man nicht ganz verzichten will
  4. Gesünder ist es auf jeden Fall auch (zero-Zucker, clean eating!) und hilft bei evtl. vorhandenen Diät-Plänen
  5. Vergleichsweise teuer ist eigentlich alles, was man an verarbeiteten Produkten kauft. Auf den Kilo-Preis gerechnet schneidet Bioobst da richtig gut ab 😉

Was man nicht zuhause hat, kann man nicht essen. Wenn mich also beim Einkaufen die Schokoladenkeks-Lust überkommt und ich heute aber keine Lust habe, mich darum zu kümmern, ob ich jetzt Zucker esse oder nicht, dann ist es aber vielleicht trotzdem ein Tag, an dem ich Plastik vermeiden will. Oder umgekehrt.

Im Folgenden findet ihr thematisch sortierte, einfache, alltagstaugliche Ideen. Einfach mal ausprobieren!

Was bringt’s?

Was bringt’s?

Aber das bringt doch eh nichts…

…wer hat das noch nicht gedacht zum Thema Nachhaltigkeit. Selber das eigene Leben etwas umstellen um Ressourcen und CO2 zu sparen klingt so anstrengend. Scheinbar macht es ja sonst keiner und bringt es wirklich so viel, weniger Fleisch zu essen, den Zug zu nehmen statt das Flugzeug, aufs Rad zu steigen statt sich ins Auto zu setzen?

Hier könnt ihr es ausrechen: http://ressourcen-rechner.de

Lohnt es, den Alltag auf nachhaltiges Verhalten umzustellen?

Mich hat natürlich auch interessiert, ob die Bemühungen von meinem Mann und mir nachhaltiger zu leben erfolgreich sind. Aber fangen wir am Anfang an. 2012 waren wir auf Hochzeitsreise in der Antarktis. Dieser Urlaub war natürlich nicht besonders nachhaltig: langer Flug, Rundreise auf einem Schiff. Immerhin müssen die Anbieter dieser Reisen vor Ort sehr strenge Umweltschutz-Richtlinien einhalten, damit die Tiere nicht gestört werden. Und mit uns hat die Reise auch etwas gemacht. Wir waren immer schon offen für Umweltschutz und Nachhaltigkeit, fuhren viel Rad und hatten mit Absicht kein eigenes Auto. Aber in vielen Lebensbereichen waren wir doch noch recht verschwenderisch oder gedankenlos unterwegs. Um ein Beispiel zu nennen: uns war schon klar, dass Ökostrom sinnvoll ist, aber die Faulheit hatte verhindert, dass wir die Umstellung gemacht hatten. Dabei ist der Aufwand den Stromanbieter zu wechseln natürlich vergleichsweise gering. Weiß man aber nicht, wenn man das noch nie gemacht hat und so hat lange Zeit der Schweinehund gewonnen, der sagte: oh, das ist so kompliziert dich drum zu kümmern, kannst du morgen immer noch machen.

Die Reise hat uns die Schönheit und Verletzlichkeit der Natur näher gebracht und einen Prozess angestoßen, in dem wir angefangen haben, Schritt für Schritt unser Leben danach zu beleuchten, wie ressourcen-schonend, oder eben nicht es ist.

Startpunkt 2012

31,8 Tonnen Rohstoffe war unser Ressourcen-Verbrauch im Jahr 2012:

Schon gar nicht so schlecht, unter dem Durchschnittsverbrauch. Aber doch ein hoher Verbrauch im Bereich Reise, Mobilität und Wohnen.

Messpunkt 2017

Wie ist der aktuelle Stand? 2017 sind wir nur noch bei 19,7 Tonnen!

Wir kommen mit ca. 60% der Ressourcen aus, die wir noch vor 5 Jahren gebraucht haben. Und subjektiv fühlt es sich so an, als wäre unser Lebensstandard in der Zeit gestiegen. Wir kochen viel öfter mit frischem Bioobst und –gemüse, haben immer noch tolle Hobbies, machen schöne Reisen, treffen Freunden und haben ein super Familienleben dazu gewonnen.

Wie konnten wir sparen?

Wohnen

Die Umstellung auf Ökostrom spart uns ganze 4 von 10 Tonnen. Der kleine Aufwand den Stromanbieter zu wechseln hat also richtig was gebracht! Das wir nebenbei den Stromverbrauch insgesamt gesenkt haben (um 800 kWh durch neuen Kühlschrank, weil der alte kaputt war; schaltbare Steckdosen, die Standby der Geräte verhindern; weniger technische Geräte im Haus) spart auch nochmal ein bisschen. Beim Heizen haben wir etwas gespart, aber da ist noch Potential fürs nächste Jahr.

Konsum

Der machte eh nicht den Löwenanteil bei uns, da wir unsere Möbel, technischen Geräte eh oft schon Second Hand gekauft haben. Aber im Bereich neuer Kleidung spare ich inzwischen einiges ein.

Ernährung

Früher hatten wir Mineralwasser für Gäste da, das gibt‘s heute nicht mehr. Außerdem wurde ein Teil der Milch durch Pflanzenmilch ersetzt, Fleisch gibt’s nur noch ganz selten. Dafür viel frisches Biogemüse und -obst. Lecker 🙂 Da haben wir ca. 1 Tonne eingespart

Mobilität

Leider hat sich mein Arbeitsweg verlängert und ich fahre nun Zug statt Rad. Dadurch hat sich hier nicht so viel getan. Aber wir fahren noch seltener Auto als früher. 2012 haben wir uns auch öfter mal den Wagen unserer Eltern geliehen. Das haben wir durch Carsharing ersetzt und nutzen es nur noch, wenn es wirklich nicht anders geht.

Reisen

Ganz klar, Flugreisen machen viel aus! Wir konnte unseren Verbrauch fast halbieren, und das, obwohl wir 2017 drei Wochen im Camper verbracht haben, und dabei doch einiges an Strecke zurückgelegt haben. Auch mit dem Zug waren wir weit unterwegs (England, Italien, Polen), haben aber oft bei Freunden und Familie übernachtet. Nicht nur preiswerter, sondern auch nachhaltiger als im Hotel. Und viel netter!

 

Wir haben festgestellt, die kleinen Änderungen machen eine Menge aus. Daher einfach anfangen! Am besten dort, wo ihr schnelle Erfolge seht (Ökostrom) oder euch aus anderen Gründen eh umstellen wolltet (Ernhährung ist da ein gutes Beispiel) oder sich der „Verzicht“ nicht so harsch anfühlt. Einfach mal machen und drüber reden! Das inspiriert andere und ihr seid nicht mehr allein 🙂